PISA-Ländervergleich: GEW für intensivere Förderung benachteiligter Kinder

"Ein gutes Bildungssystem zeichnet sich durch hohe Leistungsfähigkeit und Chancengleichheit aus. Von Beidem sind wir in Deutschland – und auch in Schleswig-Holstein noch meilenweit entfernt", sagte Dr. Kai Niemann, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Donnerstag, 3.11.05, in Kiel zum heute vorgestellten PISA-Ländervergleich.

03.11.2005 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Bezogen auf Schleswig-Holstein falle vor allem das schlechte Abschneiden der Hauptschülerinnen und -schüler, die katastrophal hohe Sitzenbleiberquote und die niedrige Zahl von Abiturienten auf, bemerkte Kai Niemann. "Wir brauchen gezielte Förderprogramme für benachteiligte Schülergruppen, mehr "echte", also gebundene Ganztagsschulen und eine bessere Lehrerfortbildung, um mit diesen Problemen fertig zu werden. Ohne höhere Bildungsausgaben werden sich diese Ziele aber nicht erreichen lassen."

Der GEW-Landesvorsitzende sprach sich auch für längeres gemeinsames Lernen aller Kinder aus. "Unsere nordischen Nachbarn Finnland und Schweden machen es uns vor. Sie erzielen mit einem einheitlichen Schulsystem sowohl wesentlich bessere Ergebnisse in der Breite als auch in der Spitze. Chancengleichheit und hohes Leistungsniveau gehören dort fest zusammen."

Wer in Zukunft Hartz-IV-Dynastien vermeiden wolle, so Kai Niemann, müsse bereits bei der frühkindlichen Bildung ansetzen. Außerdem bedürfe es einer engeren Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule, um gerade Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern früher und gezielter zu fördern.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden