Politik auf dem Rücken der Kinder

"Im schwarz-gelben Koalitionsvertrag ist nachzulesen, dass NRW wieder ein Land der Kinder werden soll. Angesichts der momentan festzustellenden Entwicklungen muss man sich fragen, ob vielleicht nicht alle Kinder damit gemeint sind", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW).

30.06.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Im Koalitionsvertrag wird auch vollmundig angekündigt, man wolle Kindern ab dem zweiten Lebensjahr verstärkt einen Platz in einer Tageseinrichtung anbieten und "die unbefriedigende Betreuungssituation insbesondere für die unter Dreijährigen gemäß den bundesgesetzlichen Vorgaben ausbauen."

"Das sind alles hehre Absichten, die aber wenig bewirken, wenn finanzschwache Kommunen künftig gezwungen sein werden, die Elternbeiträge zu erhöhen", so Beckmann weiter. "Wenn Eltern sich die Kindertageseinrichtung nicht mehr leisten können, hilft es ihnen auch wenig, wenn ihnen Plätze für ihre zweijährigen Kinder angeboten werden."

In allen bildungspolitischen Debatten der vergangenen Monate hat die Landesregierung immer wieder betont, insbesondere die Förderung sozial benachteiligter Kinder müsse in den Kindertageseinrichtungen beginnen. Das hält auch der VBE für sinnvoll, wenn man Kindern aus bildungsfernen Schichten größere Bildungschancen eröffnen will.

"Mit ihrer augenblicklichen Politik konterkariert die Landesregierung aber diese von ihr selbst formulierten Absichten", so Beckmann abschließend. "Sie zwingt den Kommunen darüber hinaus die Rolle des Buhmannes auf, weil diese die Beitragserhöhungen an die Eltern weitergeben müssen. Wie NRW auf diese Weise wieder zu einem Land der Kinder werden soll, das verstehe, wer will."


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