Punktgenaue Lehrerzuweisung sichert Unterrichtsgarantie im nächsten Schuljahr - Solide Grundlage für Start der "Unterrichtsgarantie Plus - für eine verlässliche Schule"

Mit einer punktgenauen Lehrerzuweisung steht die Unterrichtsgarantie auch im nächsten Schuljahr: Der Grundunterricht wird zu 100 Prozent mit Lehrerstellen abgedeckt sein. "Was in der Stundentafel steht, wird auch in jedem Stundenplan stehen. Damit können wir das Konzept ´Unterrichtsgarantie Plus – für eine Verlässliche Schule´ auf solider Grundlage starten", erklärte Kultusministerin Karin Wolff heute in Wiesbaden.

05.04.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

"Wegen Krankheit, Fortbildung oder Klassenfahrten wird in Hessen kein Unterricht mehr ausfallen", so die Ministerin weiter. "Die Schulen arbeiten nach Kräften an der Umsetzung der ´Unterrichtsgarantie Plus – für eine Verlässliche Schule´." Wolff verwies darauf, dass wirksame Vertretungsregelungen bei Stundenausfall schon jetzt an vielen hessischen Schulen praktiziert würden. Diese "Best-Practice-Beispiele" könnten anderen Schulen als Vorbild dienen und seien u. a. im Internet abrufbar. "Mittelfristig entlasten solche verbesserten Vertretungskonzepte auch die einzelne Lehrkraft", sagte Wolff.

Basis für die wirkungsvolle Bekämpfung des kurzfristigen Unterrichtsausfalls sei die Lehrerzuweisung, die den Schulen für das kommende Schuljahr schon früh Planungssicherheit gäbe, so die Ministerin weiter. Wie im vergangenen Jahr könnten die Staatlichen Schulämter auch dieses Mal bereits seit Januar über 90 Prozent der Stellen verfügen und so beispielsweise Examenskandidaten rechtzeitig binden. "Die Schulen wissen, wie viele Stellen ihnen zustehen. Das schafft Transparenz und stärkt letztlich ihre Eigenverantwortung", hob die Ministerin hervor. Lediglich drei Prozent der Stellen verblieben als Pool für den regionalen, schulübergreifenden Ausgleich bei den Staatlichen Schulämtern. Sie seien aufgerufen, die Klassenbildung an den Schulen zu überwachen und sie – wo notwendig – durch Schülerlenkung zu optimieren. "Die so gewonnenen Unterrichtsanteile kommen der zusätzlichen Unterrichtsversorgung an den Schulen zugute. "Spätestens Mitte Juli ist den die Schulen genau bekannt, wie viele Lehrkräfte sie noch erhalten", erklärte Wolff.

Lediglich 2,5 Prozent des zu vertretenden Gesamtunterrichts können nicht durch schulinterne Vertretung abgedeckt werden. Hier sind die Schulen aufgerufen, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln in Höhe von 30 Mio. Euro einen Vertretungspool vor Ort aufzubauen. Nach derzeitigem Planungsstand stehen hierfür überwiegend Vertretungskräfte mit pädagogischer Ausbildung wie Lehramtsstudenten, Elternzeit-Beurlaubte oder pensionierte Lehrkräfte zur Verfügung. "Fachliche Vertretung ist die beste Lösung, aber auch fachlich angeleitete Betreuung ist besser, als die Kinder nach Hause zu schicken", betonte Wolff. "Wie sollen Schülerinnen und Schüler die Schule wichtig nehmen, wenn wir ihnen durch Stundenausfall das Gegenteil vermitteln?"

Beim gleichzeitigen Ausfall mehrerer Lehrkräfte – etwa bei einer Grippewelle – könnten sowohl Lehrkräfte der Schule als auch externe Vertretungskräfte zum Einsatz kommen. "Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen kann der Unterrichtsausfall flexibler aufgefangen werden, zum anderen wird auch das Kollegium entlastet", erläuterte Wolff.

Die Verlässliche Schule sei ein wichtiger Baustein der eigenverantwortlichen Schule, so die Ministerin weiter. "Die Schulleiterinnen und Schulleiter kennen ihre Schule und können die Bedürfnisse vor Ort häufig sehr viel besser einschätzen. Sie verfügen nun selbst über ein Budget, um Vertretungskräfte zu gewinnen."

Den Schulen sicherte Wolff zu, sie mit dieser großen Aufgabe nicht allein zu lassen. "Ich betrachte das Konzept für eine Verlässliche Schule als unsere gemeinsame Aufgabe, für die wir als Kultusministerium ebenso einstehen wie die Schulämter und die Schulen." Für die Unterstützung und Beratung bei konkreten Fragen vor Ort stehen bereits jetzt Ansprechpartner in den Staatlichen Schulämtern bereit.

Vor dem Hintergrund dieser gemeinsamen Anstrengungen im Sinne der Schülerinnen und Schüler bezeichnete Wolff es als ausgesprochen schädlich, wenn die Lehrergewerkschaft GEW ein solches Vorhaben politisch instrumentalisiere und ausschließlich zu boykottieren versuche, anstatt konstruktiv mitzuwirken. "Mit ihrer Verweigerungshaltung schadet die GEW nicht nur der Sache, sondern auch dem Ansehen der hessischen Lehrerinnen und Lehrer in der Öffentlichkeit." Für die Eltern bedeute die Verlässliche Schule, dass sie auf feste Zeiten vertrauen können. "Das Gelingen dieses ehrgeizigen Projekts wird nicht nur das Image der hessischen Schulen heben, sondern auch den Respekt vor dem Lehrerberuf", so Wolff abschließend.


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