Sprache ist Integrationsfaktor Nummer 1
"Sprache ist der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche Schullaufbahn und für eine gelingende Integration. Kinder und Jugendliche, die sich verständlich ausdrücken können, verhalten sich sozial bewusster." Mit diesen Worten hat sich Kultusministerin Karin Wolff in die Diskussion über Gewalt an Schulen eingeschaltet. "Wer Probleme hat, der muss auch miteinander reden können. Das haben wir in Hessen längst verstanden."
03.04.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenEntscheidend sei, jungen Menschen vom ersten Schultag an die Möglichkeit zu geben, eine Bildungsbiographie aufzubauen. Die Hessische Landesregierung habe dies schon lange vor PISA I und der aktuellen Gewaltdebatte erkannt und sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss bis zum Jahr 2008 um ein Drittel zu reduzieren. Als einen Meilenstein auf dem Weg dorthin bezeichnete Wolff die Deutsch-Vorlaufkurse in Hessen. "Mit dem seit 2002 verbindlichen Konzept ist Hessen Vorreiter in Deutschland. Kein anderes Land ermöglicht eine so intensive Sprachförderung für Vorschülerinnen und Vorschüler", so die Ministerin. Andere Länder hätten das Erfolgsmodell bereits kopiert.
Die Bilanz der Vorlaufkurse in Hessen spricht für sich: Mehr als 22.000 Kinder konnten bisher von der Teilnahme profitieren. Akzeptanz und Erfolgsquote liegen jeweils bei über 96 Prozent. Hessen stellt für den Unterricht zur Förderung von Zuwandererkindern in Vorlauf- und späteren Begleit- oder Intensivkursen 940 Lehrerstellen bereit. Dies lässt sich das Land rund 40 Millionen Euro im Jahr kosten.
Unabhängig vom Erfolgsmodell der Vorlaufkurse gehe die Zahl der Hauptschülerinnen und Hauptschüler ohne Abschluss bereits jetzt kontinuierlich zurück, so Wolff weiter. Die Ministerin führt dies auf die verstärkten Bemühungen Hessens zurück, die Ausbildungs- und Beschäftigungschancen der Jugendlichen zu steigern. Ein Beispiel dafür seien die weiter im Aufbau begriffenen SchuB-Klassen (Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb), in denen Schülerinnen und Schüler, die schlechte Aussichten haben, den Hauptschulabschluss zu erreichen, intensiv gefördert werden.
Für ein lernförderndes und möglichst konfliktarmes Klima an den Schulen bedürfe es darüber hinaus der Verständigung auf einen Grundkonsens im Umgang miteinander. Wolff hob erneut die Bedeutung von Erziehungsvereinbarungen zwischen der Schule und Eltern hervor, in denen sich beide Seiten zur Einhaltung bestimmter Regeln verpflichten. "Wenn sich Eltern und Lehrer gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben, wenn es bei den Kindern in der Schule nicht klappt, kommen wir nicht weiter. Wenn wir jungen Menschen Perspektiven für ihren späteren Lebensweg eröffnen wollen, müssen wir uns alle gemeinsam dafür einsetzen", so die Ministerin.
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