"Standards europaweit anerkannt"

Das Beherrschen von Fremdsprachen wird im Arbeitsleben immer wichtiger. Die berufsbildenden Schulen bereiten ihre Schüler auch darauf vor. Die Kultusministerkonferenz hatte sich daher auf Prüfungen in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen A2, B1 und B2 geeinigt. Diese basieren auf dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen. Die Standards sind in ganz Deutschland und Europa gleich – ein Vorteil für die Schüler und die zukünftigen Arbeitgeber. Um die Vergleichbarkeit dieser Standards zu sichern, wurde in Thüringen seit 2004 der Modellversuch "EU-konzert" (Entwicklung und Umsetzung eines Evaluationskonzeptes für die Fremdsprachenzertifikatsprüfungen der Kultusministerkonferenz) durchgeführt und gemeinsam mit Bayern und Hamburg koordiniert. Der Modellversuch ist das erste nationale Projekt, das sich systematisch mit der Frage der Standards im berufsbezogenen Fremdsprachenunterricht auseinandersetzt und dabei den Aspekt der Zertifizierung in den Vordergrund stellt.

19.06.2006 Thüringen Pressemeldung Thüringer Kultusministerium

Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU) erklärt dazu: "Eine transparente Zertifizierung der in der Berufsausbildung erworbenen Fremdsprachenkompetenzen sichert die europaweite Vergleichbarkeit der Abschlüsse. Sie ist von Bedeutung für den nationalen und internationalen Arbeitsmarkt im Sinne einer besseren Verwertbarkeit für die Auszubildenden. ´EU-konzert´ leistet dazu einen wichtigen Beitrag."

Mit einer Fachtagung vom 19. bis 21. Juni 2006 am ThILLM in Bad Berka wird nun das "Finale" eingeläutet. Vertreter aus allen 15 am Modellversuch beteiligten Ländern (das Saarland bietet keine Fremdsprachenzertifikatsprüfungen an) werden erwartet, um Qualitätskriterien für mündliche Prüfungsaufgaben herauszuarbeiten, best-practice-Beispiele zu entwickeln und die Ergebnisse in länderübergreifend akzeptierten Unterstützungsmaterialien für Lehrkräfte aufzubereiten. Der Modellversuch ist somit zugleich Forschungs- und Fortbildungsprojekt.

Der Modellversuch hat sich mit Fragen der Qualität und Qualitätssicherung dieser in der Bundesrepublik Deutschland angebotenen Prüfungen in der dualen Berufsausbildung befasst. Das Besondere der Prüfungen besteht darin, dass die Ergebnisse europaweit anerkannt sind. Überprüft wird auf jeder Stufe, ob die Auszubildenden in der Lage sind, fremdsprachige berufstypische Texte zu verstehen und selbst zu verfassen, ob sie berufstypische Texte in eine andere Sprache übertragen und ob sie sich in einer Fremdsprache verständigen können. Während in den vergangenen beiden Jahren die Entwicklung länderübergreifender Qualitätsstandards für den schriftlichen Prüfungsteil im Mittelpunkt der Modellversuchsarbeit stand, ging es in diesem Jahr um eine gemeinsame Standardfindung für die mündlichen Prüfungen.


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