Superrechner kommt nach Garching

Bis zu 33 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde (TeraFlop/s) kann der 38 Mio. Euro teure neue Superrechner durchführen, für dessen Beschaffung am Donnerstag in München ein Vertrag zwischen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Firma Silicon Graphics geschlossen wurde.

16.12.2004 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel betonte anlässlich der Vertragsunterzeichnung, dass der Supercomputer zu den weltweit leistungsstärksten Rechnern gehören wird. "Er wird schon in der ersten Ausbaustufe mit einer Spitzenrechenleistung von 33 TeraFlop/s in einer einzigen Sekunde Rechnungen erledigen, für die ein Mensch mehr als 20 Millionen Jahre benötigen würde", sagte Goppel. Nach einer Aufrüstung im Jahr 2007 sollen es dann sogar 69 TeraFlop/s sein.

Mit der Beschaffung des Rechners, der planmäßig Anfang 2006 seinen Betrieb aufnehmen wird, ist ein international konkurrenzfähiges Angebot an Höchstleistungsrechenkapazität am Standort München-Garching gesichert. Hinzu komme, so Goppel, dass das Leibniz-Rechenzentrum mit dem neuen Superrechner in die Lage versetzt wird, sich als möglicher Standort für einen künftigen europäischen Höchstleistungsrechner zu empfehlen. Der Computer werde als nationaler Höchstleistungsrechner Wissenschaftlern aus ganz Bayern und Deutschland nach einem strengen Auswahlverfahren zugänglich sein. Die Kosten von 38 Mio. Euro für den Rechner teilen sich Bayern und der Bund; die jährlichen Betriebskosten von rund drei Millionen Euro trägt Bayern allein.

Das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (LRZ), das auch wissenschaftliches Rechenzentrum der Universität München und der Technischen Universität München ist, verlegt im Zuge der Anschaffung des neuen Rechners seinen Sitz von München auf das Hochschul- und Forschungsgelände in Garching und ist damit in Zukunft unmittelbar neben der Fakultät für Informatik der Technischen Universität München angesiedelt. Der neue Rechner wird in ein 45 Mio. Euro teures neues Gebäudes in Garching ziehen, für das im März dieses Jahres der Grundstein gelegt wurde; das Leibniz-Rechenzentrum ist in der Münchner Innenstadt an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die neue Anlage löst den bisherigen Höchstleistungsrechner ab und stellt ein bis zu 30 Mal leistungsfähigeres System bereit. Nach der Prüfung einer Reihe attraktiver Angebote im Rahmen einer europäischen Ausschreibung hat sich das LRZ für ein System der Firma Silicon Graphics (SGI) entschieden. Die verwendeten speziellen Prozessoren kommen von der Firma Intel.

Mit Höchstleistungsrechnern wurden in den zurückliegenden Jahren zahlreiche wissenschaftliche Durchbrüche erzielt, die auf Rechnern niedrigerer Leistung nicht möglich gewesen wären. Dies betrifft beispielsweise Simulationen in der Elementarteilchenphysik, in der Materialforschung, Strömungsdynamik, Strukturmechanik, Chemie, Geo- und Astrophysik sowie Klima- und Umweltforschung. Goppel: "Die Verfügbarkeit von Höchstleistungsrechnern ist ein entscheidender Standortfaktor im internationalen Wettbewerb."


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