Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Dr. h.c. Wolfgang Thierse, übernimmt Schirmherrschaft der National Coalition

Im Rahmen einer Stabübergabe beim 12. Offenen Forum der National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention (NC) hat die ehemalige Schirmherrin, Dr. Antje Vollmer, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags a.D., die Schirmherrschaft der NC an ihren Nachfolger, den Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. h.c. Wolfgang Thierse, übergeben.

07.09.2006 Pressemeldung Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ)
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Die NC, unter Rechtsträgerschaft der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ, ist ein Zusammenschluss von rund 90 Organisationen und Verbänden, die sich für die Verwirklichung der Kinderrechte in Deutschland einsetzen und auf Mängel der Umsetzung der Kinderrechtskonvention in Deutschland (UN-KRK) aufmerksam machen.

„Ziel der National Coalition ist es, zu erreichen, dass die Kinderrechte für immer mehr Kinder und Erwachsene ein mit Inhalten gefüllter Begriff werden. Sie müssen entsprechend den Vorgaben der UN-KRK für alle in Deutschland lebenden Kinder – ohne soziale Ausgrenzung – praktisch erfahrbar werden“, so Dr. Jörg Maywald, Sprecher der NC, bei der Begrüßung des neuen Schirmherren.

„Zur Verwirklichung dieser großen Herausforderung brauchen wir starke Partner“, betonte der Sprecher der NC im Weiteren: „Nach Prof. Dr. Rita Süssmuth (Schirmherrin 13.WP), Anke Fuchs (Schirmherrin 14.WP) sowie Dr. Antje Vollmer (15.WP) freuen wir uns sehr,“ so der Sprecher der NC, nun Herrn Dr. Wolfgang Thierse an unserer Seite zu haben und sehen einer guten Zusammenarbeit entgegen.“

Dr. Antje Vollmer begrüßte, dass sich die NC auf ihrem 12. Offenen Forum mit dem Thema „Teilhabe statt sozialer Ausgrenzung“ beschäftigen wird und aufzeigen will, welche Aufgaben sich Politik und Gesellschaft zukünftig annehmen müssen. „Nur wenn auch Kindern und Jugendlichen die Chance gegeben wird, auf politische Entscheidungen stärker Einfluss zu nehmen als bisher, kann ihrem Bedeutungsverlust innerhalb der Demokratie entgegengewirkt werden.“

„Vielen Kindern in Deutschland bleiben kulturelle und soziale Teilhabemöglichkeiten verwehrt“, räumte auch der neue Schirmherr der NC, Dr. h.c. Wolfgang Thierse, ein. „Die Lebensverhältnisse der Familien haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten in Deutschland im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung kontinuierlich verschlechtert. Eine Folge davon, dass es eines der bedeutendsten Armutsrisiken in unserer Gesellschaft ist, Kinder zu haben, bedeutet zwangsläufig auch Diskriminierung in Form von sozialer Ausgrenzung.“

Die UN-KRK enthält eine große Anzahl spezieller Rechte, sowohl bürgerliche und politische, wie auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, deshalb erstreckt sich das Diskriminierungsverbot auf etliche Lebensbereiche. „Insbesondere gesellschaftliche Randgruppen haben es oftmals schwer, auf erlittene Diskriminierung aufmerksam zu machen, dies gilt vor allem für Kinder“, betonte Dr. Hendrik Cremer, eingeladener Referent und Jurist aus Hamburg. Auch wenn die Realität oft anders aussehe – das Diskriminierungsverbot sei in Deutschland von Behörden und Gerichten als unmittelbar anwendbares Prinzip bei allen Entscheidungen zu beachten.


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