Welterbe Oberes Mittelrheintal

Als "unverantwortliche Miesmacherei" bewertet der Regierungsbeauftragte für das Welterbe Oberes Mittelrheintal, Staatssekretär Roland Härtel, die Kritik des Architekten und Stadtplaners Martin C. Neddens am Zustand des Mittelrheintals. "Neddens´ pauschale Kritik ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich mit Tatkraft und Ideenreichtum dafür einsetzen, das Mittelrheintal voran zu bringen", sagte Härtel. Eine solche Herabwürdigung hätten die Menschen im Tal nicht verdient. "Ich sehe die Region zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz nicht in einem Abwärts-, sondern einem Aufwärtstrend. Das ist aber ein Prozess, der nicht von heute auf morgen über die Bühne geht."

13.01.2005 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

Dass es die von Neddens beschriebenen Probleme wie Abwanderung und leer stehende Geschäftsräume gebe, sei nicht zu bestreiten. "Das ist jedoch ein allgemeines Problem, das es in nahezu allen ländlichen Regionen Deutschlands gibt. Das ist nicht etwas, was nur das Mittelrheintal kennzeichnet", stellte Härtel klar.

Es gebe eine Reihe hervorragender Initiativen, die genau das zum Ziel hätten, was Neddens als vordringlich bezeichne: die Attraktivität des Mittelrheintals sowohl für die Menschen, die dort leben, als auch für Touristen spürbar zu erhöhen. Die Palette reiche von einer deutlichen Qualitätssteigerung des gastronomischen Angebots bis hin zu einer Ausweitung von Freizeitaktivitäten, die sich organisch ins Welterbegebiet einfügten, beispielsweise die Ausweisung von Themen-Wanderstrecken und die deutliche Verbesserung des Radwegenetzes.

"Auch mit seinen Belehrungen über die Bedeutung der Kultur rennt Herr Neddens bei den Menschen im Tal und der Landesregierung offene Türen ein", betonte der Regierungsbeauftragte. "Gerade weil auch wir wissen, welche Sogwirkung ein gutes Kulturangebot hat, bemühen wir uns in diesem Bereich ganz besonders. Die Gründung des neuen, hochwertigen Musikfestivals RheinVokal ist das beste Beispiel dafür", sagte Härtel.

Von gänzlicher Unkenntnis geprägt sei auch Neddens´ Kritik am Bewerbungsverfahren. "Hätten wir nur auf das Thema Mittelalter gesetzt, wäre das Mittelrheintal mit Sicherheit nicht als Welterbe anerkannt worden. Dies hat nur die Konzentration auf das Thema Kulturlandschaft und damit auf die vielfältigen Aspekte der Region ermöglicht", betonte der Regierungsbeauftragte.

Was die Sanierung der Ortschaften im Mittelrheintal betreffe, setze die Landesregierung bewusst nicht auf Großprojekte fremder Investoren. "Damit kann man ganz schön den Bach runtergehen", so Härtel. Viel sinnvoller sei es, Hilfestellungen zu einer sensiblen baulichen Weiterentwicklung der Region zu geben.

"Dass Herr Neddens Werbung in eigener Sache macht, ist ja legitim. Die Grenze ist dann überschritten, wenn er dies auf Kosten anderer macht", so Härtel.


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