Wissenschaftsminister Goppel: "Keine ´ordre de Schröder´ beim Embryonenschutz"

Vor vorschnellen Schlüssen bei der Frage einer Lockerung der Vorschriften zur Forschung mit embryonalen Stammzellen hat Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Dienstag in München mit Blick auf den entsprechenden Vorschlag von Bundeskanzler Gerhard Schröder gewarnt.

14.06.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Goppel: "Der Embryonenschutz ist ein Gebot der Würde des Menschen, die unsere Verfassung in Art. 1 uneingeschränkt schützt. Hier darf es keine 'ordre de Schröder' geben. Wenn Mensch und Forschung konkurrierend das Ziel sind, zählt nicht zuerst die Forschung. Wer in der Politik mit dieser Rangfolge arbeitet, für den gibt es auch in Stammzellfragen eine Lösung." Als Wissenschaftsminister könne er die Interessen von Forschern nachvollziehen, die - ausgehend von medizinischen Fragestellungen - beispielsweise in der Stammzellforschung bahnbrechende Chancen sehen. Allerdings bestehe die große Gefahr der "Grenzverschiebungen durch Grenzüberschreitungen": Das, was den Menschen gestern aus ethischer Sicht noch als äußerster Grenzfall tolerabel erschien, wird zur Basis, von der aus weitere Überschreitungen gerechtfertigt werden.


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