Zukunft der Hauptschule

Kultusminister Siegfried Schneider hat bei seinem heutigen Besuch auf dem BLLV-Symposium "Die Zukunft der Hauptschule" in München ein klares Bekenntnis für eine Weiterentwicklung der Hauptschule abgelegt. "Die bereits in den letzten Jahren eingeleiteten Reformen haben die Hauptschule wesentlich vorangebracht. Auf diesem Weg wollen wir weitergehen. Mein Anliegen bleibt eine starke bayerische Hauptschule", sagte Schneider.

02.05.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Mit der Reform des Lehrplans, der Einführung der Praxisklassen sowie des Mittlere-Reife-Zugs sei das Profil der Hauptschule deutlich verbessert worden. "Gemeinsam mit den Lehrkräften wollen wir einen Ausbau der individuellen Förderung, eine Verstärkung des Praxisbezugs und eine stärkere Öffnung der Schulen nach außen erreichen", sagte der Minister. Sein Anliegen sei es, an Hauptschulen zusätzlichen Förderunterricht anzubieten. Um den Schülerinnen und Schülern frühzeitige Praxiserfahrungen zu ermöglichen, sollen noch mehr Möglichkeiten für Betriebserkundungen, Betriebspraktika, Praxistage in Betrieben oder für die Gründung von Schülerfirmen geschaffen werden. "Mit dem frühzeitigen Einblick in die Arbeitswelt und der Begegnung mit Fachleuten zum Beispiel aus der Wirtschaft entwickeln Schülerinnen und Schüler konkrete Perspektiven für die Zeit nach der Schule. Die Erfahrung zeigt, dass sie dadurch auch zusätzliche Motivation für den Unterricht erhalten", sagte Schneider.

Der Minister dankte ausdrücklich den Lehrkräften für ihr hervorragendes Engagement. "Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Beruf des Hauptschullehrers Chance und Herausforderung zugleich bedeutet. Ich weiß, dass Sie sich in außerordentlicher Weise engagieren und immer wieder an ihre Belastungsgrenze gehen. Dafür gilt Ihnen mein herzlicher Dank und meine Anerkennung", sagte Schneider.

Der Minister warnte gleichzeitig davor, ausschließlich die Schwierigkeiten hervorzuheben, mit denen Hauptschulen zu kämpfen hätten. "Es ist niemandem damit gedient, die Hauptschule schlecht zu reden, am wenigsten nützt dies den Schülerinnen und Schülern", sagte Schneider. Dass Bayern bei PISA bundesweit am besten abgeschnitten habe, sei vor allem auch den Leistungen der bayerischen Hauptschülerinnen und Hauptschüler zu verdanken. 20% der Hauptschüler erlangten inzwischen als Absolventen des M-Zuges den mittleren Bildungsabschluss. Auch die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gelinge an Bayerns Hauptschulen deutschlandweit mit am besten. Dass der zum vierten Mal bundesweit ausgeschriebene Hauptschulpreis der "Initiative Hauptschule" und der Hertie Stiftung sowie der Robert Bosch Stiftung in diesem Jahr bereits zum dritten Mal an eine bayerische Hauptschule vergeben worden sei, sei alles andere als Zufall. Auch vor Ort erzielten die Hauptschulen eine meist hohe Akzeptanz. Die Eltern schätzten die Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Lehrkräfte. Dass die Schulart an Attraktivität gewonnen habe, spiegele sich auch in der Entwicklung der Zahl der Studenten für das Lehramt Hauptschule: Sie habe sich seit 1998 mehr als verdoppelt. "Damit haben wir die Talsohle durchschritten und es stehen uns auch für die kommenden Jahre Nachwuchslehrkräfte zur Verfügung", sagte Schneider.

Deutliche Kritik übte Schneider an der Bundesregierung. "Rot-Grün hat mit seiner katastrophalen Wirtschafts- und Finanzpolitik die zentrale Verantwortung dafür, dass auch gut ausgebildete jugendliche Schulabgänger heute oftmals ohne berufliche Perspektive dastehen", sagte Schneider.

Der Minister warb in seiner Rede besonders für die Neuorganisation im Hauptschulbereich, die in den nächsten Jahren auch eine Schließung der Teilhauptschulen beinhaltet. "Größere Organisationseinheiten ermöglichen eine gerechtere Lehrerzuweisung und bringen in vielerlei Hinsicht auch pädagogische Verbesserungen mit sich. Wir wollen in Abstimmung mit den Beteiligten vor Ort zu einer tragfähigen Schulstruktur kommen, die auch in Zukunft Bestand hat", sagte Schneider.

Schneider dankte dem BLLV für die Impulse, die dieser mit seinen Vorschlägen für die zweite Stufe der Hauptschulreform gegeben habe, und sagte eine genaue Prüfung zu.


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