Aufsässig wie Einstein?

(bikl/ots) Einstein, der sich wirklich "einen Teufel um Konventionen und Verwaltungsvorschriften geschert" habe, könnte für Professoren auch heute durchaus beispielgebend sein, sagt Dieter Simon, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

15.06.2005 Artikel
  • © einsteinjahr.de

In einem Interview, das in der morgigen Ausgabe der ZEIT erscheint, ergänzt der Wissenschaftler aber: "Die meisten könnten sich Aufsässigkeit nicht leisten." Diese Anpassung sei folgerichtig, denn es sei der Mainstream, der die Wissenschaft am Laufen halte, nicht das Genie. Insofern könne man dem deutschen Durchschnittsprofessor auch nicht wirklich zurufen: "Sei wie Einstein."

Schlussstrich bei Regierungswechsel

Bei einem Regierungswechsel im September prognostiziert Simon ein schnelles Ende des Einsteinjahres: "Sonst wird es als Erbschaft der Nachfolgeregierung hinterlassen, die es nicht ausgerufen hat, sich also auch nicht so richtig in seinem Glanze sonnen kann - und die es daher quasi vor sich hin verrotten lassen würde." Um das zu verhindern, werde vermutlich schnell noch ein "schicklicher Schlussstrich" gezogen.

In Rauch aufgehen

Schließlich werde ja bei jedem Regierungswechsel ein bisschen aufgeräumt, würden Daten gelöscht und Akten verbrannt, bevor man den Nächsten an seinen Schreibtisch lasse. "Vielleicht wird in diesem Verbrennungsprozess auch das Einsteinjahr in Rauch aufgehen."

Das komplette Interview erscheint morgen in der [ZEIT] .

Weiterführender Link

[GEGENWORTE - Hefte für den Disput über Wissen, Heft 15]


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