Bewerbung: Online oder traditionell?

(bikl) Wer einen neuen Job sucht, muss schon lange nicht mehr auf die Wochenendausgabe der regionalen und überregionalen Zeitungen warten, um sich dort mühsam durchs Angebot zu blättern. Denn längst ist ein Großteil des Stellenmarkts ins Internet abgewandert. Jobbörsen, virtuelle Jobmessen und Karriereportale der großen Firmen sind zum Ziel vieler Jobsuchenden geworden. Aber heißt das auch, dass die Bewerbungen nur noch elektronisch verschickt werden?

12.10.2005 Artikel

Es sieht beinahe so aus, denn nach einer aktuellen Umfrage des Magazins "Focus" nehmen deutsche Großkonzerne Bewerbungen fast nur noch online entgegen. "Das deckt sich mit unseren Erfahrungen", bestätigt Michael Weideneder vom eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. "Die Online-Bewerbung über ein Formular darf jedoch nicht mit der bei Unternehmen deutlich weniger beliebten Bewerbungen per E- Mail verwechselt werden."

Tipps für Absolventen

Tim Frerichs ist Berufsberater im Hochschulteam des Arbeitsamts Osnabrück. Die Entwicklung der Jobangebote im Internet hat er in den vergangenen Jahren aufmerksam beobachtet, gehört es doch zu seinem Aufgabengebiet, Studenten und vor allen Dingen Absolventen in Sachen Jobsuche und Karriereplanung zur Seite zu stehen.

Auch er hat die Erfahrung gemacht, dass Bewerbungsformulare stark im Kommen sind. "Sie finden auf fast allen Homepages der großen Unternehmen die Karriereportale und haben dort ganz schnell die Möglichkeit, Ihre persönlichen Daten über Formulare einzutragen, aber auch freie Felder zu nutzen, in denen Sie für sich werben können."

Lieber nachfragen

Sein Tipp, wenn es ein solches Formular nicht gibt: "Auf Angebote im Internet würde ich immer auch mit einer E-Mail reagieren - zumindest um nachzufragen, in welcher Form die Bewerbung erwünscht ist und ob die digitale Bewerbung elektronisch im Unternehmen weiter verarbeitet wird. Weil sie sonst nur ausgedruckt wird. Und ein solcher Ausdruck gehört neben den Bewerbungsmappen zu den optisch eher weniger ansprechenden Bewerbungen."

Auch die aktuelle Studie "Trendbarometer Personalwesen 2005" hat belegt, dass sich eine E-Mail mit den Bewerbungsunterlagen als Anhang nicht einmal bei einem Drittel der Unternehmen besonderer Beliebtheit erfreut.

Der erste Eindruck

Fast 90 Prozent der größten Unternehmen der Welt nutzen das Internet zur Personalsuche. Und auch die kleineren und mittleren Unternehmen gehen mehr und mehr diesen Weg. Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit standardisierten Formularen oder per Datenbankabgleich lassen sich geeignete Bewerber schnell herausfiltern und obendrein ist die Onlineanzeige um ein Vielfaches billiger als die herkömmliche Stellenanzeige in einer überregionalen Zeitung. Die Jobsuchenden sollten auch bei der Onlinebewerbung hohe Ansprüche an die eigene Darstellung legen, egal ob sie ein Formular ausfüllen oder ihr Qualifikationsprofil ins Netz stellen, denn auch hier gilt: Der erste Eindruck ist entscheidend.


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