Bildungsqualität und Arbeitsplätze gefährdet!
An der enormen sozialen Schieflage des Kinderbildungsgesetzes, dessen Entwurf heute in dritter Lesung im Landtag verabschiedet werden soll, hat sich nach Auffassung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) trotz kleiner Nachbesserungen nichts verändert. Vor allem kleinere Einrichtungen sind in ihrer Existenz gefährdet. Aufgrund schlechter Rahmenbedingungen wird die Qualität der Erziehungs- und Bildungsarbeit Schaden erleiden. Die Arbeitsverhältnisse der Erzieherinnen werden weiter flexibilisiert.
25.10.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-WestfalenNorbert Müller, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW: "Die Landesregierung stellt sich ein Armutszeugnis aus, wenn es in den ärmsten Kommunen immer noch die höchsten Elternbeiträge geben soll. Denn nach Weisung des Innenministeriums bleibt es dabei, dass Kommunen mit Nothaushalten die Elternbeiträge anheben müssen."
Da das Buchungsverhalten der Eltern generell nicht kalkulierbar sei und insbesondere in den Armutsregionen des Landes ein Trend zur Wahl der Billigversion mit 25 Wochenstunden (statt 35 oder 45 Wochenstunden) drohe, würden insbesondere kleinere Träger in ihrer Existenz gefährdet.
Müller befürchtet: "Aufgrund des erheblich verknappten Gesamtbudgets wird es zu Entlassungen, verstärkter Teilzeitbeschäftigung und zu Haustarifen mit noch schlechterer Bezahlung kommen. Darüber wird bei den Trägern schon nachgedacht." Hinweise über erste Kündigungsverfahren eines Dortmunder Trägers liegen bei der GEW vor.
Norbert Müller: "Sichere und auskömmliche Arbeitsverhältnisse sind eine der Voraussetzungen für gelingende Bildungs- und Erziehungsarbeit. Wenn Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen künftig vermehrt darauf angewiesen sein werden, zum Zwecke des Lebensunterhalts einen Zweitjob anzunehmen, dann ist das beschämend und hat zur Folge, dass sie sich nicht mehr mit voller Kraft der Arbeit mit den Kindern widmen können."
Die GEW fordert die Landesregierung auf, Kibiz vom Kopf auf die Füße zu stellen. Müller abschließend: "Grundvoraussetzung hierfür ist eine vernünftige Finanzarchitektur, die es Kommunen und Trägern ermöglicht, eine Qualitätsoffensive in Sachen frühkindlicher Bildung zu bewerkstelligen."
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