Ene, mene, miste...
(bikl/br) Einer britischen Studie zufolge merken sich kleine Kinder Wörter nach Klang und Reim, während Erwachsene sie nach ihrer Bedeutung abspeichern. Bei den Kleinen gehört deshalb zur "Wiese" der "Riese" und nicht der "Rasen".
02.11.2004 ArtikelJe älter die Kinder dabei waren, desto wichtiger wurde die Wortbedeutung für die Spracherfassung. Stephen Dewhurst und Claire Robinson von der Universität in Lancaster stellen ihre Studie in der Fachzeitschrift Psychological Science vor (Bd. 15, Nr. 11, S. 782).
Die britischen Psychologen hatten Grundschulkindern jeweils acht Wörter vorgelesen, die sich inhaltlich ähnelten. Anschließend sollten die Kinder die Wörter wiederholen, die sie sich gemerkt hatten.
Dabei stellte sich heraus, dass sich bei allen Kindern zusätzliche Wörter in die Erinnerung geschlichen hatten. Diese hatten bei den älteren Kindern jedoch etwas mit der Wortbedeutung zu tun. Das war zum Beispiel bei einer Liste "Bett, Nacht, Traum" das Wort "Schlaf", das nicht vorgelesen worden war. Bei jüngeren Kindern wiederum hatten sich Wörter eingeschlichen, die sich einfach bloß reimten, wie etwa "Bett" und "Brett". Die Achtjährigen hingegen machten beide Arten von Fehlern.
Ergebnis der Untersuchung: Offenbar verändert sich die Sprachverarbeitung bei Kindern mit dem Alter. Während die kleinen Kinder fast ausschließlich auf den Klang setzen, verlassen sich die etwas älteren zusätzlich auf die Wortbedeutung, bis am Schluss nur noch die Wortbedeutung relevant ist.
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