Expertin: Viele Kindergärten sind schlecht

(bikl) Die Leiterin des Münchener Staatsinstituts für Frühpädagogik, Fabienne Becker-Stoll, sieht einen deutlichen Verbesserungsbedarf bei der Qualität von deutschen Kinderbetreuungseinrichtungen. Rund zwei Drittel der Kindergartenplätze besäßen keine ausreichende pädagogische Qualität, so Becker-Stoll heute im Deutschlandradio Kultur.

13.04.2007 Artikel
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In den vergangenen ein bis zwei Jahren sei zwar ein "Ruck durch die frühpädagogische Landschaft gegangen", unter anderem durch die Bildungspläne der Bundesländer. "Aber ich denke, dass wir bei weitem noch nicht da sind wo wir sein möchten, nämlich für alle Kinder gute, sehr gute Angebote zu haben", so Becker-Stoll. Hinsichtlich der Qualität der Betreuungseinrichtungen gebe es weiterhin starke Schwankungen. In der vielfältigen Trägerlandschaft gebe es bei weitem nicht für alle Kinder sehr gute Angebote. "Das reicht von hervorragenden, bestausgestatteten Kinderkrippen bis zu welchen, wo das Hauptproblem schlecht ausgebildetes und vielleicht nicht motiviertes Personal für zu viele Kinder ist."

Das jetzt formulierte Ziel, die Zahl der Krippenplätze bis 2013 zu verdreifachen, könne man zwar "gut schaffen", so Becker-Stoll, denn derzeit würden bundesweit viele Erzieherinnen ausgebildet. Die Expertin mahnte aber an, die Ausbildung zu verbessern und auf Fachhochschulniveau anzuheben. Je kleiner die Kinder, desto feiner müsse die Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte sein, erklärte Becker-Stoll.

Das Staatsinstitut für Frühpädagogik ist eine Forschungseinrichtung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen und betreibt Grundlagenforschung und angewandte Forschung in den Bereichen Frühpädagogik, Entwicklungspsychologie, Kindheits- und Familienforschung.


Weiterführende Links

  • Das Interview als mp3-File
  • Staatsinstitut für Frühpädagogik

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