Kinderbildungsgesetz NRW

Fachkräftebedarf - Gewerkschaft denkt über Geldanreize nach

06.01.2012 Artikel

.

Um den Bedarf an Angeboten für Kinder zu decken, sind nicht nur Investitionen in Gebäude, sondern auch in das "Personal" erforderlich. Wurde bereits für NRW ein Fachkräftemangel von mehr als 7.000 Personen für das Jahr 2013 prognostiziert, so stellt sich die Mangelsituation vor Ort bereits heute ganz konkret dar. Die Westfälischen Ruhrnachrichten berichteten über die Auswirkungen bei dem städtischen Eigenbetrieb FABIDO. Während Städte wie Köln und Frankfurt mit finanziellen Anreizen werben, macht die Stadt Düsseldorf in einer Tagung am 1.2.2012 junge Menschen auf das Arbeitsfeld aufmerksam. Um die Abwanderung von Fachkräften in Dortmund zu verhindern, wird jetzt in der Gewerkschaft ver.di überlegt, neben Geldanreizen wie Boni bezahlte Freistellungen für die Weiterbildung vorzuschlagen.

Kommentar:

Mit dem erwogenen Maßnahmen soll würde das Aufgabenfeld nur geringfügig attraktiver. Vor allem können diese Ansätze nur dazu beitragen, die Abwanderung in andere Städte, die höhere Vergütungen und bessere Arbeitsbedingungen anbieten, zu begrenzen. Ob damit jedoch der erschreckenden Tendenz begegnet werden kann, dass 1/5 aller Fachkräfte nach dem ersten Jahr der Tätigkeit das Arbeitsfeld Richtung Einzelhandel verlassen, bleibt fraglich.

Es müssen auch andere Stellschrauben verändert werden, damit junge Menschen auf Dauer Interesse an dem Arbeitsfeld finden: Befristete Verträge sind kein Anreiz für das Einstellen auf eine Tätigkeit mit Perspektive. Auch die Situation, dass bereits heute fast jede zweite Stelle nur als Teilzeittätigkeit ausgelegt ist, entspricht kaum dem Interesse der jungen Menschen, die zu ersten Mal eine Berufstätigkeit aufnehmen. Insofern ist der Hinweis in dem Kommentar von Peter Ring, dass Berufsanfängerinnen ein Monatsgehalt von 2.000 Euro erhalten, nur für jede Zweite zutreffend. Nach einer Studie aus dem Jahr 2009 liegt die durchschnittliche Arbeitszeit von Teilzeitkräften bei 26 Wochenstunden. Somit würde sich ein Monatsverdienst von etwa 1.300 Euro ergeben! Dies ist nicht attraktiv.

Wenn die Unzulänglichkeiten so deutlich werden, müsste die Landesregierung endlich reagieren und ein Konzept für die Bekämpfung des Fachkräftebedarfs vorlegen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden