GEW begrüßt Bildungsstreik: Schule hat demokratischen Erziehungsauftrag

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt den Bildungsstreik der Studierenden und Schüler. Mit der Unterstützung der Protestaktionen verbindet die Gewerkschaft auch die Erwartung, von disziplinarischer Härte Abstand zu nehmen, wenn Schüler dem Unterricht fernbleiben und sich an den vielfältigen Aktionen gegen die Bildungsmisere beteiligen. Wenn in diesen Tagen zehntausende von Schülern und Studenten gegen die unzureichende Lern- und Studienbedingungen protestieren, ist die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf ihrer Seite. Die GEW hält die Ziele des Bildungsstreiks für vernünftig und sieht eine große Übereinstimmung mit den gewerkschaftlichen Positionen zur aktuellen Bildungsmisere.

16.06.2009 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

"Schule hat einen demokratischen Erziehungsauftrag", erklärte heute GEW-Landesvorsitzender an die Adresse von Schulministerin Barbara Sommer (CDU) gewandt. Sommer hatte die Absicht vieler Schüler, dem Unterricht fernzubleiben scharf missbilligt. Meyer-Lauber appellierte auch die Schulleitungen: "Maßregelungen gegen demokratisch engagierte Schüler stehen im Widerspruch zum schulgesetzlichen Auftrag, zum selbstständigen und eigenverantwortlichen Handeln zu erziehen und demokratisches und soziales Engagement der jungen Menschen zu wecken." Der GEW-Landesvorsitzende geht davon aus, dass die Schülerinnen und Schüler ihr Fehlen im Unterricht begründet entschuldigen, und sieht keinen weiteren Handlungsbedarf seitens der Schulen.

Der GEW-Landesvorsitzende äußerte auch seine Sympathie mit den politischen Zielen des Bildungsstreiks: "Es ist höchste Zeit für eine Kehrtwende in der Bildungspolitik. Wir fordern seit langem eine Verbesserung der finanziellen Ausstattung der Bildungseinrichtungen von der Kita bis zur Hochschule."

Investitionen in die Bildung und in die Zukunftschancen junger Menschen seien das beste Konjunkturprogramm.


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