GEW: Kinder aus armen Familien mehr fördern
(bikl) Elf Millionen Menschen in Deutschland leben an der Armutsgrenze. Von 1998 bis 2003 wuchs der Anteil von 12,1 auf 13,5 Prozent. Zugleich wuchs für die Reichsten im Lande ihr Anteil am Gesamtvermögen. Das geht aus dem zweiten Armuts- und Reichtumsbericht hervor, der heute vorgelegt wurde.
02.03.2005 ArtikelDie Vermögen privater Haushalte wuchsen im gleichen Zeitraum und erreichten 2004 eine Summe von 5 Billionen Euro. Das sind durchschnittlich 133.000 Euro pro Haushalt. Der Besitz ist aber sehr ungleichmäßig verteilt: Während die unteren 50 Prozent der Haushalte weniger als 4 Prozent des gesamten Vermögens.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft verlangte Gebührenfreiheit im Kinderhort für Familien mit Arbeitslosengeld II. Kinder aus armen Familien müssten mehr gefördert werden. Nur so sei der Teufelskreis von Bildungs- und finanzieller Armut zu durchbrechen. Und die Kirchen nannten die steigende Kinderarmut "einen Skandal". Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, forderten, Staat und Gesellschaft müssten dafür sorgen, dass Kinder nicht von materieller Armut betroffen seien.
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