Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde
(bikl) Spielen und Lernen sind eng verknüpft. Schon vor mehr als 300 Jahren hat der englische Philosoph John Locke in seinen Gedanken über die Erziehung geschrieben: "Alle Spiele und Unterhaltungen der Kinder sollten auf gute und nützliche Gewohnheiten gerichtet sein, sonst werden sie zu bösen führen." Ein Satz, der wie geschaffen scheint für die "neuen" digitalen Spiele, von denen etliche im Verdacht stehen, "böse Gewohnheiten" zu fördern. Das digitale Spielen kann aber auch wichtige Kompetenzen fördern. Kreativität, Problemlösungskompetenz, strategisches Denken und Handeln, Geschicklichkeit und Koordinationsfähigkeit. In loser Folge wird bildungsklick Spiele unter die Lupe nehmen, die diesem Anspruch gerecht werden wollen. Wir beginnen heute mit:
18.01.2005 ArtikelHerr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde
(nad) Die Trilogie "Herr der Ringe" von J. R. Tolkien galt lange als nicht verfilmbar, bis sie schließlich von dem bis dahin nur bei Splatterfans bekannten Regisseur Peter Jackson in ein cineastisches Meisterwerk verwandelt wurde. Jetzt ist dieses Meisterwerk als PC-Spiel adaptiert worden und mit Sequenzen aus den Filmen zu einem bemerkenswerten PC-Abenteuer verschmolzen.
Das Spiel bietet zwei Modi an: Einzelspieler und Netzwerk- beziehungsweise Online-Spiel. Um einen guten Überblick über die Möglichkeiten des Spiels zu bekommen, ist es ratsam, zunächst einige Gefechts-Spiele zu durchlaufen und Erfahrungen zu sammeln. Anschließend sollten die Spieler allerdings zur Kampagne wechseln, und sich mit Gefährten auf den Weg zum Schicksalsberg machen, oder gemeinsam mit Sauron versuchen, die Völker Mittelerdes zu unterwerfen.
"Gute"- Kampagne
Auf dem Bildschirm erscheint eine liebevoll gestaltete Karte von Mittelerde, auf der die Nazgul kreisen. Während die aus den Filmen bekannte Frauenstimme erklärt, wie die Reise weitergeht, wird in einem kleinen Fenster die zur Situation passende Filmsequenz abgespielt. Ein Klick auf die entsprechende Stelle auf der Karte und das erste Abenteuer beginnt: die Mienen Morias.
Je nachdem, wo die Spieler sich befinden befehligen sie entsprechende Einheiten:
- Die Gefährten (Frodo, Sam, Pippin, Merry, Gandalf, Aragorn, Gimli, Legolas, Boromir)
- Die Einheiten Rohans, Gondors, Isengards
- Die Einheiten Mordors
- Gute Helden (Faramir, Theoden, Eowyn, Eomer, Baumbart
- Böse Helden (Saruman, Hexenkönig, Lurtz, Nazgul)
Allen Einheiten sind verschiedene Ressourcen, Upgrades und Fähigkeiten zugeteilt. So gibt es neben magischen oder kämpferischen Fähigkeiten der Helden noch weitere zwölf Fähigkeiten, über die alle Einheiten verfügen. Zurück zu den Mienen Morias: Haben die Spieler alle Gefährten sicher durch die Mienen gebracht, steht der riesige Balrog im Weg. Dies ist Gandalfs erste Prüfung. An einigen Stellen des Spiels wurde, so auch hier, wahrscheinlich zu Gunsten des Spielflusses, das Drehbuch etwas geändert: Gandalf muss den Balrog besiegen und stürzt nicht mit ihm in die Tiefe. Rohan, Lothlorien, Helms Klamm und der Turm Sarumans sind die nächsten Stationen.
Ablauf
Da man nicht - wie häufig in anderen Strategiespielen - zunächst langwierige Aufbauarbeit leisten muss, beginnt hier das eigentliche Spiel direkt. Auf den Karten gibt es eine begrenzte Anzahl von Bauplätzen, auf denen die verschiedenen Gebäude errichtet werden können. Der einzige "Rohstoff" der dazu benötig wird, ist Geld. Dieses bekommt man durch Gehöfte, oder man findet Schätze am Wegesrand oder in feindlichen Lagern. Es geht also in der Regel darum, zügig Einheiten zu schaffen und die Verteidigung aufzubauen. Die Zahl der möglichen Einheiten richtet sich nach Kommandopunkten, die sich ebenfalls durch gewonnene Schlachten erhöhen lassen. Sollten die Spieler einmal während einer Schlacht in Bedrängnis geraten, ist es wie im Film: Vielleicht kommt rechtzeitig Verstärkung?
Fazit
Mit "Herr der Ringe - Die Schlacht um Mittelerde" hat EA-Games einen fantastischen Film in ein zauberhaftes Spielerlebnis verwandelt. Aufbauend auf der Sage 3D-Engine (C& C Generals) ist hier ein komplexes Echtzeit Strategieabenteuer entwickelt worden. Sowohl die graphische Umsetzung als auch die Mischung aus Abenteuer- und Strategieelementen ist ideenreich gestaltet. Und dank des ausführlichen Optionsmenus ist es möglich, die Schlacht um Mittelerde auch auf "älteren" Rechnern ruckelfrei zu spielen.
Jugendliche, die sich gern auf komplexe Spielabläufe einlassen, werden in diesem PC-Spiel die passenden Herausforderungen finden und - falls nicht vorher schon geschehen - vielleicht sogar zu Tolkiens Trilogie greifen.
Minimale Systemvoraussetzungen des Herstellers
P4/AMD Athlon: 1,3 GHz
OS: Win 2k/XP
MB-Ram: 256
Festplattenplatz: 3,5 GB
DVD-Rom: 8-fach
Grafik: 32 MB Direct3D
Sound: Direct X 9.0b kompatibel
DirectX: Version 9.0b
Netzwerk: TCP/IP-kompatibel
Internet: 56,6 Kbps (2 Spieler); Breitband (2-8 Spieler)
Name: Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde
Publisher: Electronic Arts GmbH (DE)
Webseite: www.dsum.eagames.de
Veröffentlichung: 09.12.2004
USK: 12 Jahre
Preis: Euro 55,-
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