Hören ist Gold?
(bikl) Hören ist Silber – Lesen ist Gold? Um diese Frage ging es heute in der gleichnamigen Podiumsdiskussion auf der Frankfurter Buchmesse. Der Hörbuchmarkt boomt und besonders gut entwickeln sich die Absätze im Kinderbereich. Grund genug also, zu fragen, ob das Hören die Kinder eher zum Lesen bringt oder sie gar davon entfernt.
08.10.2004 ArtikelHörbücher, so Dr. Gudrun Stenzel von der Uni Hannover, unterstützen das Lesen- und Sprechenlernen. Ein weiterer Effekt, den die Pädagogin beobachten konnte: Erwachsene, die häufig zu Hörbüchern greifen, bekommen Lust beim Vorlesen zu experimentieren. Mit anderen Worten: Das Hörbuchhören fördert sogar das Vorlesen. Dringend empfahl die Expertin den Deutschlehrern, auch dieses Medium im Unterricht einzusetzen.
Hörbücher als Fast-Food-Produkte, die das "mühsame" Lesen ersetzen - so wollten auf dem Podium weder Hörbuch- noch Buchverleger das Medium verstehen. Das Hörbuch, so Ulrich Störiko-Blume vom Beltz-Verlag, biete die Chance, Geschichten und Literatur in einer anderen Form zu vermitteln. Auch könne dieser Stoff anderen Erwachsenen und Kindern nahe gebracht werden, als denen, die ohnehin lesen.
Volker Bernius von der Stiftung Zuhören drehte den Titel der Veranstaltung kurzerhand um: "Lesen ist Silber - Hören ist Gold", so seine Devise. Schließlich stünde das Hören am Anfang, erst später folge das Sprechen und Lesen. Gut wenn Kinder dann bereits gelernt hätten zuzuhören und zu verstehen.
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