Hoffnungsträger: Die jüngste Lesegeneration
(bikl) Keine schöne Zahlen für Verlage und Buchhandlungen: Während 1996 noch gut 68 Prozent der Deutschen mindestens ein Buch kauften, waren es im Jahr 2003 nur noch 54 Prozent. Das teilte die GfK nach ihren jüngsten Erhebungen mit. Allerdings gibt es einen Lichtblick: Die jüngste Lesegeneration steht weiterhin zum Buch.
13.10.2004 ArtikelWährend Genre wie Belletristik, Bild- und Kunstbände, Sachbücher, Ratgeber oder auch Reiseführer Umsatzrückgänge im Vergleich zu 2002 hinnehmen mussten, wuchs der Kinder- und Jugendbuchmarkt um 16 Prozent. Für den Boom bei der Jugendliteratur sorgte wieder der Zauberlehrling Harry Potter. Aber auch ohne seine magische Anziehung ist das Kinder- und Jugendbuchsegment relativ stabil.
Eltern kaufen weniger
Allerdings gibt es auch hier einen Wermutstropfen: Zwar kaufen die Eltern die meisten Kinder- und Jugendbücher, aber sie kaufen immer weniger. Diese Lücke füllen deshalb verstärkt die Großeltern aus. Die über 50jährigen kaufen immer mehr Kinder- und Jugendbücher.
Kinder eher konservativ
Und was lesen die Kinder? Laut GfK sind das Bücher über Abenteuer, Fantasy und Krimis. Dabei sind Kinder eher konservativ. Sie greifen gern auf Bewährtes zurück: 64 Prozent der Kinder lesen häufig Bücher eines bestimmten Autors und 41 Prozent gaben an, dass sie häufig verschiedene Folgen einer Serie lesen.
Billiger lesen
Deutlich weniger investieren die 16- bis 19jährigen ins Buch. Seit 2000 hat sich das Buchbudget dieser Zielgruppe um 27 Prozent verringert. Das Geld wird eher für SMS oder Downloads von Klingeltönen ausgegeben. Ein weiterer Grund: Diese Altergruppe nutzt verstärkt das Internet zum Bücherkauf. Im 2. Quartal 2004 orderten die Jugendlichen fast jedes fünfte Buch über diesen Weg. Oft sind es nicht neue, sondern gebrauchte Bücher. Die sind dann deutlich billiger. Und das heißt: Die Jugendlichen geben zwar weniger für Bücher aus, müssen aber deswegen nicht zwangsläufig weniger lesen.
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