Investitionen in Bildung reichen nicht aus

"Die Ankündigungen des bayerischen Ministerpräsidenten sind nicht neu. Mehrfach hat die Staatsregierung den hohen Stellenwert der Bildung eingeräumt. Bildung wurde sogar zum "Megathema" erklärt. "Auch die heute von Stoiber in seiner Regierungserklärung skizzierten schul- und bildungspolitischen Ziele kann der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), nur voll und ganz unterstützen", erklärte BLLV-Präsident Klaus Wenzel. "Danach erwarten Bayerns Kindergärten, Schulen und Hochschulen blühende Zeiten." Der BLLV befürchtet jedoch, dass es bei der Rhetorik bleibt, denn bislang ist der große schul- und bildungspolitische Wurf ausgeblieben. Die Reformen drohen zu scheitern, weil die nötigen Mittel fehlen. Daran ändert auch die in Aussicht gestellte Summe für das Gesamtprogramm Bayern 2020 - in den kommenden vier Jahren 1,5 Milliarden Euro - nicht viel. "Angesichts der Probleme ist das zu wenig Geld für große Reformen."

18.07.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Wörtlich meinte Klaus Wenzel zur heutigen Regierungserklärung: "Menschlich ist das, was sich heute im Landtag abgespielt hat, durchaus zu verstehen. Nachdem sich selbst die Anhänger aus den eigenen Reihen nur zu einem "Pflicht-Lob" durchringen konnten, musste der scheidende Ministerpräsident noch einmal auf seine Erfolge und Errungenschaften hinweisen. Und die können sich durchaus sehen lassen. Die angebotenen Perspektiven waren jedoch eher dürftig."

Am Beispiel der geplanten Ausgaben für Ganztagsschulen (100 Millionen Euro in fünf Jahren) machte der BLLV-Präsident deutlich, wie wenig dem scheidenden Ministerpräsidenten das "Mega-Thema" Bildung wert sei. Wenn die BLLVForderung erfüllt werden soll, in den nächsten fünf Jahren etwa 2500 Schulen mit Ganztagsklassen zu versehen, dann stehen pro Schule und Schuljahr etwa 10.000 Euro zur Verfügung. Das sind pro Klasse etwa 2000 bis 3000 Euro. Für eine qualitätsvolle Ausstattung von Ganztagsklassen ist nach Berechnungen des BLLV der zehnfache Betrag erforderlich.

Aber nicht nur wegen der dürftigen finanziellen Investitionen ist der BLLV von der Abschiedsrede des Ministerpräsidenten enttäuscht. Wenzel: "Schlimm ist, dass die Regierungserklärung ohne Ideen und Impulse für die Lösung anstehender schulorganisatorischer und bildungspolitischer Probleme war.

Der Ministerpräsident hat nicht konkret gesagt, wie er die Zahl der Schulabbrecher und Schulversager deutlich reduzieren will. Es gab keine klaren Informationen darüber, was gegen den drastischen Lehrermangel geplant ist. Und es gab keine vernünftigen Perspektiven, wie bei zurückgehenden Schülerzahlen ein wohnortnahes und anspruchsvolles Bildungsangebot auf dem Land garantiert werden kann".


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