KIBiz: Auswirkungen für Erzieherinnen im Bereich der katholischen Kirche
04.03.2012 Artikel
.
In der Landesverbandstagung von Erzieherinnen aus katholischen Tageseinrichtungen im ZKD (Zentralverband der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen der katholischen Kirche Deutschlands e.V.) erfolgte nicht nur eine kritische Würdigung der 1. Stufe der Revision des Kinderbildungsgesetzes. Diese sei "mager" gewesen. Insgesamt habe sich der Einfluss der Politik und der Finanzierungsträger deutlich gemacht, die ihre Absichten durchgesetzt hätten. Die erste Stufe entsprach in keiner Wiese den Notwendigkeiten.
In dem Bericht über die im Rahmen der Konferenz ausgedrückten Erfahrungen von Mitarbeiterinnen wird u.a. deutlich,
- dass für die Bestimmung des Personaleinsatzes eine ausschließliche Orientierung an dem - sowieso zu niedrigen - Mindestwert erfolgt,
- dass Jugendämter Buchungskontingente vorgeben und so Eltern überhaupt keine bedarfsgerechten Nutzungszeiten in Anspruch nehmen können. (Beispiel: Eltern, die eine 45-Stunden-Buchungszeit benötigen, müssen sich mit weniger Stunden "begnügen" oder ihr Kind in eine andere Einrichtung bringen! Eine Kommune soll sogar Träger verpflichtet haben, die Buchung des Vorjahres auch für das Folgejahr zugrunde zu legen.)
- dass Kommunen bei der Vergabe von 45-Stunden-Buchungen kommunale Einrichtungen bevorzugen, damit zu ihnen mehr Geld fließt,
- dass in einem Bistum Personalkostensteigerungen durch Stundenreduzierungen bei älteren Mitarbeiterinnen "finanziert" werden,
- dass ein anderes Bistum die Freistellungen von Einrichtungsleitungen abschaffen und dafür "Verbundleitungen" einrichten will.
Kommentar:
Diese Hinweise aus einem großen Trägerbereich machen deutlich, dass das derzeitige Finanzierungssystem des Kinderbildungsgesetzes weder dazu beiträgt, Kindern bedarfsgerechte Angebote zu sichern, noch die Einrichtungen in den Stand setzt, ein qualitativ angemessenes Angebot vorhalten zu können.
Müssten nicht bei denjenigen, denen das Wohl des Kindes nicht nur am Herzen liegt, sondern auch als zu Aufgabe zugeschrieben ist, mit Nachdruck jetzt für auskömmlichere Regelungen sorgen. Kinder in NRW haben das "verdient".
Keine Kommentare vorhanden