Kindermediziner fordert mehr Gelassenheit
(bikl) Im Umgang mit ihren Kindern sind Eltern heute nach Expertenmeinung zunehmend verunsichert. "Kinder brauchen Eltern, die ihnen Sicherheit geben", sagt Harald Bode, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin in der ZEIT.
30.08.2006 ArtikelEltern stünden heute sehr unter dem Leistungsdruck, dass sich das Kind gut entwickelt, dass es bei Krankheiten frühzeitig behandelt wird. Es gebe keine Oma mehr in der Nähe, die den Eltern sagen kann, ob der Nachwuchs tatsächlich ernsthaft krank ist. "Den Eltern fehlt der soziale Rückhalt", sagt Bode.
Von allen Seiten werden Eltern dagegen mir Ratschlägen überschüttet und bleiben verwirrt zurück. Sie bringen ihren Nachwuchs bei jeder Abweichung von der Norm zu einer fördernden Therapie. Es werde heute häufig vergessen, dass Kinder sich unterschiedlich entwickeln.
„Es gibt immer Kinder, die tollpatschiger sind als andere, aber damit sehr gut leben können. Aber es gibt auch welche, die sind so ungeschickt, dass ihre Gruppenfähigkeit nachhaltig beeinträchtigt ist. Ein Kind, das im Kindergarten nie mitspielen kann, weil es Angst hat, auf eine Schaukel zu steigen, kann erhebliche soziale Probleme bekommen und seelisch leiden. Da müssen wir eingreifen. Doch wird leider häufig therapiert, obwohl es nicht nötig wäre. Dann stigmatisieren wir Kinder ohne Grund.“, so Bode wörtlich.
Der Kinderarzt rät Eltern zu mehr Gelassenheit. Kinder bräuchten "Mütter und Väter, mit denen sie reden können, die ihnen das Gefühl geben, so wie sie sind, wertvoll zu sein. Und sie brauchen natürlich Eltern, die Zeit haben".
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