Kindertagesbetreuung macht Fortschritte

Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege, hat sich insbesondere in den alten Bundesländern zahlenmäßig deutlich verbessert. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, liegt der Freistaat mit Besuchsquoten von 88,6 Prozent bei den 3- bis unter 6-jährigen Kindern und von 11,7 Prozent bei den unter Dreijährigen (Stichtag jeweils 15. März 2008) dabei im oberen Bereich der alten Bundesländer. Historisch bedingt ist die Quote in den neuen Bundesländern insbesondere bei den unter Dreijährigen mit 38,4 Prozent deutlich höher als in Bayern. Jedoch ist hier auch die Nachfrageseite zu beachten, die unter anderem vom Erwerbstätigenanteil der Frauen abhängt.

29.04.2009 Pressemeldung Bayerisches Landesamt für Statistik

Mit der Einführung des Gesetzes zur Förderung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege zum 1. Januar 2009 hat die Bundesregierung das Ziel vorgegeben, bis zum Jahr 2013 mehr als jedem dritten Kind unter 3 Jahren in Deutschland (35 Prozent) ein Betreuungsangebot machen zu können. Zu diesem Zeitpunkt soll dann auch der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab Vollendung des ersten Lebensjahres ausgeweitet werden. 2,3 Millionen der rund 3,1 Millionen Kinder, die sich in ganz Deutschland in Tagesbetreuung befanden, waren unter 6 Jahre alt. Von diesen wurden zum Stichtag 15. März 2008 rund 57 000 ausschließlich von einer Tagesmutter oder einem Tagesvater stundenweise versorgt. Bei den Kindern im Alter von 3 bis unter 6 Jahren betrug die Besuchsquote 90,3 Prozent, bei den jüngeren Kindern dagegen deutschlandweit nur 15,3 Prozent.

Historisch bedingt sind die neuen Bundesländer bei der Besuchsquote in Kindertageseinrichtungen mit 94,1 Prozent (bei den 3 bis unter 6 Jährigen) bzw. 38,4 Prozent (bei den Kindern unter drei Jahren) Spitzenreiter. In den alten Bundesländern wurden dagegen Besuchsquoten von 89,6 bzw. 10,0 Prozent erreicht. Spitzenreiter bei den Drei- bis unter Sechsjährigen war Thüringen mit 95,9 Prozent, während bei den unter Dreijährigen Sachsen-Anhalt mit 52,1 Prozent einsame Spitze war. Auch auf den folgenden Rängen folgten neue Bundesländer: Brandenburg (38,9 Prozent der unter Dreijährigen), Thüringen (37,5 Prozent), Berlin (36,8 Prozent), und Mecklenburg-Vorpommern (34,4 Prozent). Spitzenreiter bei den früheren Bundesländern war Hamburg mit 18,1 Prozent.

Bayern lag mit Besuchsquoten bei den 3- bis unter 6-Jährigen von 88,6 bzw. 11,7 Prozent bei den Kindern unter drei Jahren im oberen Bereich der alten Bundesländer, wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt. Auf regionaler Ebene traten wie schon in den Vorjahren große Unterschiede auf. Doch ist festzustellen, dass insbesondere auch in Bayern die Zahl der Kreise mit Betreuungsquoten für die unter Dreijährigen von 10 Prozent oder weniger um 17 abgenommen hat, während die Zahl der Kreise mit Betreuungsquoten von 10 bis 35 Prozent um 17 zugenommen hat. Trotzdem bleibt die Spanne zwischen Kreisen mit sehr hohen und sehr niedrigen Betreuungsquoten groß: So übertraf bei den unter Dreijährigen die Stadt Coburg mit einer Betreuungsquote von 27,2 Prozent den Landkreis Mühldorf (4,4 Prozent) um gut das Fünffache. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass in ländlich geprägten Gebieten mit eher bodenständiger Bevölkerung das soziale Netz (noch) dichter gewebt ist und der Bedarf daher geringer als in städtischen Gebieten. Diese und weitere Informationen zur Kindertagesbetreuung gehen aus der Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder "Kindertagesbetreuung regional 2008" hervor, die Daten zur Situation der Kindertagesbetreuung in allen 429 Stadt- und Landkreisen Deutschlands enthält.

Die Publikation ist kostenlos im gemeinsamen Veröffentlichungsportal der Statistischen Ämter des Bundes und Länder (www.statistikportal.de) erhältlich. Zwei Kartogramme aus dieser Veröffentlichung zu den Betreuungsquoten der unter Dreijährigen und der Drei- bis unter Sechsjährigen können zur Illustration dieser Pressemitteilung von der Homepage des Internet-Angebots des Bayerischen Landesamts (www.statistik.bayern.de) heruntergeladen werden.


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