Märchenhafte Mathematik
(bikl) Kann Mathe unterhaltsam sein? Mit Heinrich Hemme auf jeden Fall. In seinem dritten mathematischen Knobelbuch entführt der Aachener Professor seine Leser in die arabische Unterhaltungsmathematik und präsentiert Aufgaben, die teilweise mehr als 1000 Jahre alt sind - und trotzdem nichts von ihrer Faszination verloren haben.
02.08.2005 ArtikelSeine 72 gesammelten Kopfnüsse decken eine große Spanne ab. Sie reichen von so einfachen Fragestellungen wie dieser: Die Summe zweier Zahlen beträgt 10 und ihr Quotient ist 4. Wie heißen die beiden Zahlen? Über etwas kompliziertere Aufgaben, die aber nach einigem Nachdenken und Probieren gelöst werden können, wie zum Beispiel dieser: Ein Tagelöhner hat mit seinem Dienstherrn ausgehandelt, dass er für einen Monat Arbeit 35 Dirham und einen Ring bekommen soll. Doch er arbeitet nur drei Tage und erhält dafür den Ring. Welchen Wert hat der Ring, wenn der Monat dreißig Tage hat? - bis zu Fragestellungen, bei denen selbst die Köpfe von Knobelexperten schon mal rauchen.
Ein Schwerpunkt: Die berühmten magischen Quadrate, die Hemme schließlich mit seinen Erklärungen entzaubert. Natürlich ist es für den Leser ein Leichtes, von der jeweiligen Aufgabe zum Lösungsteil am Ende des Buches zu blättern. Allerdings ohne die Befriedigung, die Aufgabe selbst gelöst zu haben. Und das wäre doch schade. Die stellt sich erst - mehr oder weniger schnell - nach dem erfolgreichen Einsatz von Bleistift, Zettel und Grips ein. Ein schlaues und unterhaltsames Knobelbuch für Eltern und Kinder, das auch manche dröge Mathematikstunde in der Schule beleben kann.
Heinrich Hemme
Die magischen Vierecke des Abul Wafa
Rowohlt
ISBN 3-499-61969-5
8,90 Euro
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