Mehr Geld für Kindergärten und Grundschulen

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Klaus Wenzel, hat die Ankündigung der Bayerischen Staatsregierung begrüßt, in den kommenden drei bis vier Jahren 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau von Kinderbetreuung, Schulen und Hochschulen zu investieren. Er wertete dies als "überfälligen Schritt", wenngleich die Summe angesichts der zahlreichen schul- und bildungspolitischen Baustellen vorne und hinten nicht ausreicht. "Der Bildungshaushalt müsste nach Berechnungen des BLLV um mindestens 1,5 Milliarden Euro pro Jahr erhöht werden", stellte er klar. Nur so könnten die Lern- und Arbeitsbedingungen für Lehrer und Schüler deutlich verbessert werden.

04.07.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Das Zukunftsprogramm "Bayern 2020" könnte auch als Chance begriffen werden, endlich damit zu beginnen, die Bildungsfinanzierung umzudrehen. Nach Ansicht des BLLV müssten Kindergärten und Kindertagesstätten zu Bildungseinrichtungen werden. Außerdem sollte eine kostenfreie Schuleingangsphase ab dem fünften Lebensjahr angeboten werden. Um die ohnehin viel zu kurze Grundschulzeit optimal nutzen zu können, muss dort jedes einzelne Kind individuell gefördert werden können. Der Ausbau von Ganztagsschulen sollte gerade im Grundschulbereich vorangetrieben und beschleunigt werden. Wenzel: "Inzwischen ist unbestritten, dass Investitionen in Kindergärten und Grundschulen dafür sorgen, dass später auf teuere Rehabilitations- und Resozialisierungsausgaben weitgehend verzichtet werden kann." Erneut forderte der BLLV-Präsident die Staatsregierung auf, gleichzeitig auch die pädagogisch wie ökonomisch unsinnige Ungleichverteilung zwischen verschiedenen Bildungseinrichtungen, Schulstufen und Schularten zu beenden."

Wenzel bezeichnete es als "ein Armutszeugnis" für den Kulturstaat Bayern, "dass die Ausgaben für Bildung zwischen 1987 und 2000 deutlich langsamer gewachsen sind als der gesellschaftliche Reichtum. Der relative Rückgang des Anteils beträgt derzeit sogar 21,8 Prozent. Das darf nicht weiter zugelassen werden."


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