Schlecht hören – schwer lernen?

(bikl) Rund ein Viertel aller Jugendlichen in Deutschland leidet an nicht heilbaren Hörschäden und Tinnitus-Symptomen. Keine idealen Voraussetzungen, um dem Schulunterricht problemlos folgen zu können. Dazu kommt, dass Lehrer oft nicht ausreichend über diese Problematik informiert sind.

19.01.2005 Artikel

Workshops und Unterrichtsmaterialien

Verschiedene Institutionen bieten hier jetzt seit einiger Zeit mit Materialien, Fortbildungen und Internetangeboten Unterstützung an. So hat die Siemens AG im vergangenen Jahr bundesweit Workshops für Lehrer zum Thema "Ohr, Hören und Schwerhörigkeit" durchgeführt. Die dazu passenden Unterrichtsmaterialien als CD-ROM inklusive Begleitheft können Lehrern kostenlos in der "Knowlede-Zone" von Siemens bestellen.

Software in drei Sprachen

Weitere interessante Informationen und Materialien finden sich auf der Website des Projekts earaction. Die dort als Download verfügbare Software mit Informationen, Spielen und Experimenten rund ums Ohr ist auf Deutsch, Englisch und Türkisch verfügbar. Das Projekt wurde von der FH-München initiiert, um Kinder und Jugendliche für den Lärmschutz zu sensibilisieren und sie mit neuer Technologie in die Lage zu versetzen ihr Gehör selbst zu testen. Das Projektteam arbeitet eng mit Schulen zusammen.

Spielend (hören) lernen

Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet etliche Materialien für Schüler, Lehrer und Eltern zum Thema Hören. So hat sie zum Beispiel zusammen mit der "Schule des Hörens e.V." das PC-Spiel "Radio 108,8" für Kinder zwischen 10 und 12 Jahren entwickelt. Zweck dieses Spiels ist es, Kinder auf Lärm und seine Ursachen aufmerksam zu machen. Außerdem geht es um Vermeidungsstrategien. Die 10-12jährigen Spieler sollen noch vor der heißen Discozeit über die Auswirkungen übermäßigen Lärms Bescheid wissen. Das PC-Spiel ist gebührenfrei und kann direkt bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bestellt werden. Darüber hinaus stellt die Bundeszentrale Materialien für den Unterricht in den Klassen 1-10 sowie eine Elternbroschüre zur Verfügung.

Das große Interesse der Lehrer an Aufklärung zum Thema Hörstörungen belegt das Ergebnis eines Internetchats. Ende letzten Jahres hatte die Siemens AG Experten und Lehrer zu diesem Thema zusammengebracht. Knapp 100 Lehrer nahmen das Angebot wahr. Neben Fragen nach Ursachen, Beratung und medizinischer Prävention ging es den Pädagogen vor allem um die Auswirkungen der Hörstörungen auf das Lernen und um geeignete Unterrichtsmaterialien.

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