Schulpsychologen fehlen und Schulen sollen verkauft werden

(bikl) Während in Finnland ein Schulpsychologe für 1.500 Schüler zuständig ist, muss sein bayerischer Kollege sich mit 10.000 Schüler beschäftigen. Dazu kommt, wie der Bayerische Rundfunk jetzt berichtet, dass die bayerischen Psychologen im Gegensatz zu ihren finnischen Kollegen zusätzliche Unterrichtsverpflichtungen wahrnehmen müssen.

04.10.2005 Artikel
  • © bvl

Dieser offensichtliche Mangel hat auch das bayerische Parlament beschäftigt. Bereits im vergangenen Jahr, so berichtet der BR weiter, hat der Landtag die Staatsregierung aufgefordert, für mehr Planstellen zu sorgen und den Schulpsychologen mehr Zeit für ihre Arbeit zu geben.

Wortführer Schneider

Einer der Wortführer war der damalige CSU-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Schulpolitischen Ausschusses, Siegfried Schneider. Er ist heute Kultusminister. Den parlamentarischen Auftrag jedoch, so der BR, setzte er nicht in die Tat um. Gegen Einsparvorgaben des Finanzministers legte er kein Veto ein.

Schulen zu verkaufen

Nach Berichten des Hessischen Rundfunks will der christdemokratische Kämmerer von Wiesbaden für rund 200 Millionen Euro Schulen verkaufen und dann wieder zurück mieten.

Nach einer Laufzeit von zehn- bis zwölf Jahren bliebe ein Plus in der kommunalen Kasse übrig, das vom Wiesbadener Kämmerer Helmut Müller (CDU) auf rund vier Millionen Euro geschätzt wird.

Vorteil für wen?

Den größten Vorteil bei diesem Deal hat allerdings der Käufer, der auf diese Weise Privatvermögen in niedriger besteuertes Betriebskapital umwandelt. Mit anderen Worten: Während die Stadt Geld spart, gehen dem Land Einnahmen verloren. Eine Milchmädchenrechnung also.

Unterdessen, so der HR, plane das hessische Finanzministerium allerdings eine eigene Bundesratsinitiative gegen dieses Steuersparmodell.

Links

www.br-online.de
www.hr-online.de


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