Sprachförderung in Baden-Württemberg
07.11.2004 Artikel
Im Interview mit dem Forum Bildung sagte Anette Schavan, Kultusministerin von Baden-Württemberg, bereits im Jahr 2000: "Der Schlüssel zur Integration ist die Sprache. Nur wenn Kinder und Jugendliche die deutsche Sprache beherrschen, können sie mit ihrer Umwelt in der Schule kommunizieren. Eltern, die nicht ausreichend Deutsch sprechen, sollten zugunsten eines nachhaltigen Erfolgs in der Sprachförderung einbezogen werden." "Unterschiedlichkeit und Vielfalt als Chance" - das ist die Devise Baden-Württembergs. Das Land im Südwesten Deutschlands hat ein System von Förder- und Vorbereitungskursen entwickelt, das auch schon Kinder, die noch nicht die Grundschule besuchen, im Deutschen stark machen will. Mit einem Projekt "Sprachförderung im Vorschulalter" der Landesstiftung fördert es Vorschulkinder, die ein bis anderthalb Jahren vor der Einschulung einen "intensiven Sprachförderbedarf".
Das Projekt wird durch das Landesinstitut für Erziehung und Unterricht (LEU) getragen. Die Förderung zielt auf Kinder die eineinhalb bis ein Jahr vor der Einschulung stehen. Sie betrifft Kinder, deren Muttersprache Deutsch ist als auch auf Kinder, für die Deutsch Zweitsprache ist. Doch im Zentrum stehen Kinder mit Migrationshintergrund. In der Regel sollen die Kinder in der vertrauten Umgebung das heißt in der Tageseinrichtung Deutsch lernen. Für engagierte Beteiligung der Eltern, etwa durch Vorlesestunden, zahlt die Stiftung 100 Euro. Aktive Elternbeteiligung also ist eine Säule des Förderkonzeptes. Die Sprachförderung umfasst 120 Stunden und soll mindestens ein halbes Jahr dauern. Die freiwilligen Deutschstunden werden flächendeckend eingeführt.
Keine Kommentare vorhanden