Verantwortung nutzen, wo frau sie schon hat!

Die GEW begrüßt Bestrebungen der Bundes-SPD zu einer gerechteren Entlohnung von Frauen und fordert Sozialministerin Manuela Schwesig auf, in ihrem bereits bestehenden Verantwortungsbereich, daran zu arbeiten.

10.09.2009 Pressemeldung GEW Mecklenburg-Vorpommern

Die Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) hat als Mitglied im Team Steinmeier gemeinsam mit Bundesarbeitsminister Olaf Scholz gestern einen Gesetzentwurf vorgestellt, der die Lücke zwischen den Löhnen von Frauen und Männern schließen und für mehr Gerechtigkeit in der Entlohnung sorgen soll.

"Das Anliegen und die Initiative von Frau Schwesig und Herrn Scholz sind absolut richtig. Eine solche Gesetzesinitiative geht in die richtige Richtung und kann von der Bildungsgewerkschaft GEW nur unterstützt werden.", so Daniel Taprogge, Referent für Tarifpolitik beim GEW-Landesverband M-V. "Allerdings ist es mit bloßen Willensbekundungen im Wahlkampf nicht getan. Schon jetzt könnte die Ministerin bspw. im Bildungsbereich für eine bessere Bezahlung gerade in dem, vor allem von Frauen ausgeübten Beruf, der Erzieherin direkt in Mecklenburg-Vorpommern eintreten."

Die Löhne in den Berufen, in denen in Deutschland vor allem Frauen arbeiten, sind wesentlich niedriger als die Löhne in den so genannten 'Männerberufen'. Die Gewerkschaften konnten in der vergangenen Auseinandersetzung um eine bessere Eingruppierung im Sozial- und Erziehungsdienst des öffentlichen Dienstes zwar eine erste tarifliche Verbesserung dieser Berufe erreichen. Jedoch ist diese Einkommensverbesserung für die überwiegend freien Träger von Kitas nicht relevant, da diese vornehmlich nicht tarifgebunden sind.

"Noch vor der Bundestagswahl könnte Manuela Schwesig eine Gesetzesnovellierung des Kindertagesstättenförderungsgesetzes (KiföG) in Kabinett und Landtag einbringen, in dem eine auskömmliche Finanzierung von Kitas in freier Trägerschaft an eine tarifliche Bezahlung der Beschäftigten gekoppelt ist.", so GEW-Referent Daniel Taprogge weiter.

"Dies wäre ein erster wirksamer Schritt, Frauenberufe aufzuwerten und die Lohnschere zu schließen."

Eine Novellierung des KiföG hat das Sozialministerium bereits seit längerer Zeit angekündigt. Die konkreten Positionen der GEW dazu liegen auch der Ministerin vor.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden