1,9 Mrd. Euro-Exzellenzprogramm modifiziert - Exzellenzzentren statt Elite-Unis

Auf der heutigen Sondersitzung der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) haben sich die Wissenschaftsminister von Ländern und Bund für ein neues mit 1,9 Mrd. Euro ausgestattetes Programm zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an den deutschen Hochschulen ausgesprochen. Sie empfehlen den Regierungschefs der Länder und dem Bundeskanzler, den Vereinbarungsentwurf zu beraten und darüber abschließend zu befinden.

06.04.2005 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Wissenschaftsminister Jürgen Schreier: "Das neue Exzellenzprogramm eröffnet Chancen, den Wissenschaftsstandort Saarland weiter zu stärken. Daher habe ich von Anfang an darauf gedrungen, die Exzellenzinitiative im Sinne der Länder inhaltlich zu verändern und Wert darauf gelegt, dass auch eine Beteiligung der Wirtschaft vorgesehen wird." Der Minister erinnerte daran, dass er nach einem mehrmonatigen Stillstand das Thema auf die Tagesordnung der regulären BLK-Sitzung Mitte März 2005 gesetzt und damit die seit Monaten festgefahrene Situation wieder in Schwung gebracht habe. Als Konsequenz sei die Bund-Länder-Vereinbarung überarbeitet und auf der heutigen Sondersitzung der BLK beschlossen worden. Jürgen Schreier: "Es ist gelungen, die ursprünglichen Pläne der Bundesregierung so zu verändern, dass nicht die Politik Eliteuniversitäten benennt, sondern die Wissenschaft die Auswahl trifft, an welchen Universitäten herausragende Forschung gefördert wird."

Mit der Sonderförderung wollen Bund und Länder ihre Anstrengungen fortsetzen, um den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken, die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und das exzellente Potential insbesondere im Universitätsbereich international sichtbarer zu machen. Im Ergebnis erwarten Bund und Länder eine Entwicklung, mit der die Ausbildung hervorragender Wissenschaftler und die Anhebung der Qualität des Hochschul- und Wissenschaftsstandortes Deutschland in vielen Wissenschaftsbereichen gewährleistet werden kann.

Das Förderprogramm enthält drei Komponenten zur Unterstützung der Hochschulforschung:

  • Graduiertenschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, von denen bundesweit insgesamt 40 gefördert werden können,
  • Exzellenzcluster zur Förderung der Spitzenforschung, von denen bundesweit insgesamt 30 Förderungen vorgesehen sind, und
  • Gesamtstrategien für universitäre Spitzenforschung, in deren Genuss etwa 10 Hochschulen kommen werden.

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unter Mitwirkung des Wissenschaftsrates durchzuführende Programm selbst ist auf eine sechsjährige Laufzeit angelegt. Im Falle einer baldigen Inkraftsetzung durch die Ministerpräsidenten und den Bundeskanzler könnte die Exzellenzinitiative mit einer ersten Ausschreibung für das Jahr 2006 starten. "Ich sehe für das Saarland gute Chancen, erfolgreich Anträge platzieren zu können", erklärte Wissenschaftsminister Jürgen Schreier.

Nach der wissenschaftlichen Begutachtung und einer positiven Entscheidung des Genehmigungs-Ausschusses sieht das Programm eine 25-prozentige Mitfinanzierung des Saarlandes für Projekte im Saarland bzw. den saarländischen Teil von übergreifenden Initiativen (z. B. mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen im benachbarten Rheinland-Pfalz) vor. "Eine zusätzliche Exzellenzförderung an der Universität des Saarlandes würde die wissenschaftliche Schwerpunktsetzung im Saarland arrondieren und damit unsere Forschungsstrategie außerhalb und innerhalb der Universität ergänzen", so der Wissenschaftsminister.

Jürgen Schreier abschließend: "Jetzt ist der Weg frei, wirklich Elite in Universitäten zu fördern, statt Hochschulen durch die Politik zu Eliteuniversitäten umzuetikettieren, wie es ursprünglich vorgesehen war."


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