400 Millionen Euro für 400 Jahre
Mit einem ganz besonderen Geschenk hat der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, der Justus-Liebig-Universität Gießen zum 400. Geburtstag gratuliert: 400 Millionen Euro wird das Land in den nächsten Jahren gemäß der Bedarfsplanung in die bauliche Entwicklung der zweitgrößten hessischen Universität investieren. Er spielte damit auf die von der Universität initiierte "Geschenke-Aktion" an, in deren Rahmen auf einer Wunschliste Spenden für Bücher, Renovierungen, neues Mobiliar, technische Unterstützung oder handwerkliche Dienstleistungen aufgelistet waren. Der Minister verwies auch auf einige bereits realisierte oder in der Umsetzung befindliche Projekte; so war die Aula der Universität in Anlehnung an ihr historisches Erscheinungsbild für gut 1,7 Millionen Euro renoviert worden.
21.05.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und KunstIn der Aula fand heute auch der Festakt zum Jubiläum der Universität statt, bei dem der Minister sprach. Am 19. Mai 1607 hatte Kaiser Rudolf II. dem Landgrafen Ludwig V. von Hessen das Privileg zur Gründung einer Universität verliehen. Daher sei die Universität Gießen "die älteste kontinuierlich hessische Landeshochschule". Mit der Universität sind bedeutende Forscherpersönlichkeiten wie der Namensgeber Justus von Liebig oder der Nobelpreisträger Wilhelm Conrad Röntgen verbunden. Nach den Worten des Wissenschaftsministers stellt das Geschenk im Rahmen des Drei-Milliarden-Hochschulbauprogramms HEUREKA des Landes einen wichtigen Beitrag für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung der Hochschule dar und bedeutet gleichzeitig auch eine Verpflichtung: "Die Landesregierung hat hohe Erwartungen und setzt großes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Gießener Forschung und Lehre."
Der Minister verwies in diesem Zusammenhang auf die Gießener Erfolge im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Die Konzepte für das Exzellenzcluster "Kardiopulmonales System", das gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und der Universität Frankfurt eingereicht wurde, und für das Gießener "Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften" hatten sich im Wettbewerb gegen die starke Konkurrenz durchgesetzt und werden damit in den nächsten fünf Jahren mit insgesamt rund 25 Millionen Euro gefördert. "Ich gratulieren allen Beteiligten, die zu diesem Erfolg beigetragen haben, stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Gießen."
Auch das im Rahmen der Zentrenbildung in den kleineren geisteswissenschaftlichen Fächern in Hessen eingerichtete Gießener Zentrum Östliches Europa sei ein wichtiger Baustein des Universitätsprofils, weil es sich im Gegensatz zu anderen Osteuropazentren in Deutschland durch die Einbeziehung einer Vielzahl von Fächern auszeichne, sagte der Minister. "Es trägt damit neben den beiden anderen hessischen regionalwissenschaftlichen Zentren in Marburg und Frankfurt ganz wesentlich zur Profilierung des Hochschulstandorts Hessen bei. Hessen liegt in der Zentrenbildung bundesweit vorn." Der Weg, den das Land zur nachhaltigen Existenzsicherung kleinerer geisteswissenschaftlicher Fächer eingeschlagen habe, werde als beispielhaft wahrgenommen. Er sei allerdings auch notwendig gewesen, denn diese Fächer leisteten wichtige Beiträge zum Verständnis und zur Erforschung einer globalisierten Welt.
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