Abbuchung der Studienkonten orientiert sich künftig am Studienverlauf

Der Ministerrat hat heute bei seiner Sitzung in Trippstadt dem Entwurf einer Studienkontenverordnung grundsätzlich zugestimmt. „Mit der Einführung der Leistungsabbuchung für Studienanfängerinnen und Studienanfänger in Bachelor- und Masterstudiengängen wird das bestehende Studienkonten-Modell positiv weiterentwickelt, weil sich die Abbuchung künftig am individuellen Studienverlauf orientiert“, sagte Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur.

23.01.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Bisher werden die Abbuchungen vom Studienkonto in Form der sogenannten Regelabbuchung vorgenommen. Das heißt, je nach Regelstudienzeit eines Studiengangs wird pro Semester eine Abbuchung in gleicher Höhe vorgenommen, so dass am Ende der 1,75fachen Regelstudienzeit das Studienkonto verbraucht ist.

Hingegen gibt es bei der Leistungsabbuchung keine standardisierte Abbuchung. Sie orientiert sich am Studienverlauf des einzelnen Studierenden. Je nach Leistung, die der oder die einzelne Studierende von der Hochschule in Anspruch nimmt, erfolgt eine Abbuchung vom Studienkonto.

„Dass wir die Leistungsabbuchung auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge beschränken, hat einen einfachen Hintergrund: Bei den herkömmlichen Diplom- und Magisterstudiengängen könnte die Leistungsabbuchung nur durch einen hohen Verwaltungsaufwand realisiert werden. Hingegen lässt sich die Leistungsabbuchung in den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen durch ihre Strukturierung in Module, die mit studienbegleitenden Prüfungen abschließen, gut realisieren“, erläuterte Ahnen.

Da die Hochschulen in Rheinland-Pfalz einen immensen Fortschritt bei der Einführung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge zu verzeichnen hätten, werde darüber hinaus die Leistungsabbuchung in der nahen Zukunft im Studienkonten-Modell ohnehin dominieren.

Im derzeitigen Studienkonten-Modell mit Regelabbuchung ist systemimmanent vorgegeben, dass das Studienkonto nach der 1,75-fachen Regelstudienzeit verbraucht ist und die Studierenden gebührenpflichtig werden. Auch bei der Leistungsabbuchung soll die gebührenfreie Studiendauer auf die 1,75-fache Regelstudienzeit begrenzt werden. Die Verwendung des Guthabens soll entsprechend auf 18 Semester beschränkt werden. Danach verfällt es und es tritt die Gebührenpflicht ein.

Das Studienkonten-Modell beinhaltet zahlreiche Anreizstrukturen für Studierende und Hochschulen. Insbesondere werden Studierende für ein zügiges Studium belohnt. Bei einem zügigen Erststudium kann das verbleibende Restguthaben für ein späteres Weiterbildungs- oder postgraduales Studium genutzt werden. Damit wird auf der einen Seite ein positiver Anreiz für die Studierenden geschaffen, an die Hochschulen im Sinne eines lebensbegleitenden Lernens zurückzukehren. Auf der anderen Seite entsteht ein Anreiz für die Hochschulen, ihre Angebote in der Weiterbildung auszubauen. Dies wird auch dadurch unterstützt, dass die Hochschulen für eingelöste Restguthaben eine staatliche Refinanzierung erhalten.

Zum Entwurf der Landesverordnung werden nun Hochschulen und Verbände angehört.


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