Akademie der Wissenschaften in Hamburg: Erste Themen und Mitglieder stehen fest

Die neu gegründete Akademie der Wissenschaften in Hamburg formiert sich: Die ersten Mitglieder stehen fest. Die Gründungskommission hat die ersten 30 Ordentlichen Mitglieder der Akademie ernannt; gleichzeitig hat sie Themenfelder für die Startphase der Akademiearbeit vorgeschlagen.

19.07.2005 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Wissenschaftsstaatsrat Dr. Roland Salchow: "Hamburg als eine Metropole des Wissens braucht eine moderne Akademie der Wissenschaften! Sie wird einen deutlichen Zugewinn an Kompetenz, Reputation und Anziehungskraft für Wissenschaftler bringen - mit positiven Auswirkungen auf die Hochschulen und wissenschaftlichen Institutionen. Mit der Ernennung der Gründungsmitglieder und den ersten Forschungsvorhaben nimmt die Hamburger Akademie noch in diesem Jahr ihre Arbeit auf. Der Senat wünscht der Akademie der Wissenschaften in Hamburg dabei viel Erfolg."

Dr. Wilhelm Krull, Vorsitzender der Gründungskommission: "Mit der neu gegründeten Akademie bietet sich die große Chance, ein breit gefächertes Netzwerk von hochrangigen Wissenschaftlerpersönlichkeiten aus dem norddeutschen Raum mit der professionellen Struktur eines Institute of Advanced Study zu verknüpfen. Auf Grund der Unterstützung von international ausgewiesenen Fellows und Projektmitarbeitern dürfte es gelingen, auch anspruchvollste Projekte erfolgreich durchzuführen, sowie an der Schnittstelle von Wissenschaft und Öffentlichkeit neue Akzente zu setzen."

Die neunköpfige Gründungskommission hat 7 Wissenschaftlerinnen und 23 Wissenschaftler aus Hamburg, Kiel, Bremen, Rostock, Borstel und Braunschweig zu Ordentlichen Mitgliedern ernannt (Liste s.u.). Kriterien für die Auswahl waren u.a. wissenschaftliche Exzellenz, Interdisziplinarität und Internationalität. Da die Akademie als Arbeitsakademie wirken soll, sollen die Ordentlichen Mitglieder aktiv die wissenschaftliche Arbeit der Akademie gestalten.

Die Namens- und Themenvorschläge hat die Kommission im Hinblick auf die national und international herausragenden Forschungsschwerpunkte der Region zusammengestellt. Die ausgewählten Themenfelder kommen aus den Forschungsbereichen Erdsystemforschung, Neurowissenschaften, Materialwissenschaften, Kosmologie und den Kulturwissenschaften. Die Kommission schlägt folgende Themen vor:

  • Globale Umweltveränderungen und Migrationsprozesse
  • Aufzeichnungs-, Bildgebungs- und Darstellungsverfahren in der experimentellen Forschung
  • Nanotechnologie und Toxizität
  • Neue Herausforderungen der Kosmologie
  • Kulturregion Norddeutschland

Als erste Langzeitvorhaben sollen die Warburg-Edition und ein Multimediales Lexikon zur Deutschen Gebärdensprache in der Akademie verankert werden.

Die Gründungsmitglieder werden voraussichtlich im Oktober zu einer ersten internen Sitzung zusammentreffen, bei der sie weitere Ordentliche Mitglieder hinzu wählen. Mit einem Festakt soll die Akademie voraussichtlich im November feierlich eröffnet werden. Die Hamburger Akademie wird danach die Aufnahme in die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften beantragen.

Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg soll

  • Themen von grundlegender wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung interdisziplinär im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen untersuchen;
  • ein Wissenschaftskolleg für deutsche und internationale Nachwuchswissenschaftler ("Fellows") einrichten;
  • den Dialog zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik fördern, um Wissenschaft als eine öffentliche Aufgabe sichtbar zu machen;
  • ein unabhängiges Forum für Zukunftsthemen bieten, um Ideen und Gestaltungsvorschläge vertieft diskutieren zu können, und damit
  • der Wissenschaft in der Metropolregion Hamburg eine institutionelle Stimme geben.

Der internationale Dialog in den Arbeitsfeldern der Akademie soll durch die Einrichtung eines Wissenschaftskollegs für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler hergestellt werden. Diese so genannten "Fellows" erhalten die Chance, in interdisziplinären Forschungsprojekten gemeinsam mit renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen zu arbeiten.

Die Hamburgische Bürgerschaft hatte im Dezember 2004 die Gründung einer Akademie der Wissenschaften in Hamburg per Gesetz beschlossen. Der Akademie angehören werden bis zu 80 Ordentliche Mitglieder und bis zu 40 Korrespondierende Mitglieder, die jeweils für die Dauer von zehn Jahren berufen werden. Außerdem werden der Akademie Ehemalige als Seniormitglieder sowie Ehrenmitglieder angehören.

Die Hälfte der Gründungsmitglieder wurde auf Vorschlag der Joachim-Jungius-Gesellschaft (JJG) ernannt. Die Joachim-Jungius-Gesellschaft hat über viele Jahre fachübergreifende Aufgaben in der Hamburger Hochschullandschaft übernommen. Der Senat hat die Gründung der Akademie der Wissenschaften mit dem Vorstand der JJG konzipiert. Der Vorsitzende, Prof. em. Dr. Kurt Pawlik, war Mitglied der Gründungskommission. Die Startphase der Hamburger Akademie der Wissenschaften fördert für die ersten drei Jahre zum überwiegenden Teil das Ehepaar Prof. Dr. h.c. Hannelore Greve und Prof. Dr. Helmut Greve, und zwar mit bis zu 1,5 Mio. Euro. Anschließend übernimmt die Freie und Hansestadt Hamburg die Finanzierung der Grundausstattung; die Projektarbeit wird über Drittmittel finanziert. Zusätzlich stellt das Ehepaar Greve Wohnraum für die "Fellows" in Hamburg-Lokstedt zur Verfügung. Die Akademie soll ein repräsentatives Domizil im Zentrum von Hamburg beziehen.

Der Bericht "Vorschläge und Empfehlungen der Gründungskommission für die Akademie der Wissenschaften" ist veröffentlicht unter www.bwg.hamburg.de in der Rubrik Hochschulen/ Hochschulpolitik aktuell.


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