Drittmittelboom

Aus Professoren werden Forschungsmanager

Nicht die Drittmittelförderung gefährdet nach Ansicht der Generalsekretärin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Dorothee Dzwonnek, die Forschungsfreiheit, sondern die universitäre Unterfinanzierung. Deshalb müsse durch eine substantielle Verbesserung der Grundmittel die Balance zwischen universitärer Grundfinanzierung und Drittmittelförderung wieder hergestellt werden, schreibt die DFG-Generalsekretärin in einem Beitrag für die Zeitschrift "Forschung & Lehre".

31.01.2014 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

Weil Drittmittel im Wissenschaftssystem immer mehr zur zweiten Währung würden, habe sich die Einwerbung von Mitteln zunehmend verselbständigt. Als größter Drittmittelgeber laufe die DFG immer stärker Gefahr, zu einer Ratingagentur zu werden, deren Bewilligung oder Nichtbewilligung von Anträgen zum Maßstab für Forschungsqualität genommen werde. Drittmittelförderung erweitere jedoch in erster Linie die Möglichkeiten zu autonomer Grundlagenforschung und verändere dabei die Rolle der Professoren: "Immer öfter besteht ihre eigentliche Aufgabe darin, Anträge für Forschungsvorhaben zu stellen, die der wissenschaftliche Nachwuchs durchführt, so dass man fragen könnte, ob sie noch die ,Einheit von Forschung und Lehre´ verkörpern oder schon die ,Einheit von Forschungsmanagement und Lehre´", so Dzwonnek weiter.

Der Anteil der Drittmittel an der Finanzierung der Hochschulen beträgt derzeit 24 Prozent und wächst weiter. "Betrug 1995 das Verhältnis von Drittmitteln zu Grundmitteln etwa 1 zu 7, wurde im Jahr 2011 fast schon der Wert von 1 zu 3 erreicht", schreibt der ehemalige Direktor beim Landesrechnungshof NRW, Gerhard Vogt, in einem weiteren Beitrag. Während die Grundmittel im Zeitraum von 1995 bis 2011 um 42 Prozent von 15,35 Milliarden auf 21,9 Milliarden Euro gestiegen sind, haben sich die Drittmittel im selben Zeitraum nahezu verdreifacht und sind von 2,1 Milliarden auf 6,4 Milliarden Euro gewachsen.

Thema: Drittmittel

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Forschung & Lehre 2/2014 erscheint am 31. Januar 2014. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.


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