Studium

Bildungschancen für Flüchtlinge: Hochschulen öffnen Wege ins Studium

Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Bildungschancen von Abiturientinnen und Abiturienten aus Nichtakademikerfamilien sowie von Flüchtlingen zu erhöhen. Zu diesem Zweck fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) Projekte an Fachhochschulen, die diesen Zielgruppen den Einstieg ins Studium erleichtern. Für das Programm "Wege ins Studium öffnen" stehen bis 2018 insgesamt drei Millionen Euro zur Verfügung.

01.09.2015 Pressemeldung Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

"Die Studien- und Berufswahl hängt immer noch stark von der sozialen Herkunft ab. Wir wollen gegensteuern und sämtliche Bildungspotenziale ausschöpfen", sagt die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić. "Vor drohendem Fachkräftemangel wird ständig gewarnt. Es ist daher wichtig, dass wir möglichst vielen jungen Menschen Bildungschancen eröffnen und ihnen den Weg an die Hochschulen ebnen."

Das MWK fördert im Rahmen des Programms "Wege ins Studium öffnen" insgesamt sechs Projekte an niedersächsischen Fachhochschulen. Ein Beispiel ist ein Vorhaben der HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen, das auf die aktuelle Flüchtlingssituation reagiert. Ministerin Heinen-Kljajić hat dieses Projekt mit dem Titel "HAWK Open - Potenziale erschließen, Kompetenzen nutzen, Chancengleichheit erreichen" heute gemeinsam mit HAWK-Präsidentin Prof. Dr. Christiane Dienel vorgestellt. Die HAWK hat eine innovative Idee entwickelt, um Flüchtlingen und Asylsuchenden den Hochschulzugang zu erleichtern. Ihnen sollen durch niedrigschwellige Angebote – zum Beispiel Kontakte zu Studierenden, Sprach- und Kultur-Tandems oder Gasthörerschaften - passgerechte Bildungsangebote unterbreitet werden. HAWK-Präsidentin Prof. Dr. Dienel hebt hervor: "Unser Ziel ist, Asylsuchende, die die Voraussetzungen mitbringen, auf dem Weg in das Studium zu unterstützen und ihnen zu einem gelingenden Studium zu verhelfen. Wir bieten ihnen mit Hilfe unserer Kooperationspartner auch Orientierung für unterschiedliche Bildungswege. Dafür entwickeln wir Angebote und Strukturen."

Wissenschaftsministerin Heinen-Kljajić betont: "Wir sollten Flüchtlinge nicht als Last betrachten, sondern die Chancen nutzen, die sich für beide Seiten bieten. Es kommen viele hochqualifizierte junge Menschen zu uns; viele haben bereits ein Studium begonnen oder Berufserfahrung. Qualifizierte Zuwanderer brauchen passende Bildungschancen, auch um zu verhindern, dass sie die berufliche Motivation und Qualifikation verlieren."

Das Programm "Wege ins Studium öffnen" ist ein Baustein des Fachhochschulentwicklungsprogramms (FEP), mit dem Niedersachsen seine Fachhochschulen in deutschlandweit einmaliger Form fördert und fit für die Zukunft macht. Im Zuge des FEP werden 3400 dauerhaft finanzierte zusätzliche Studienanfängerplätze und fast 200 neue Professorenstellen geschaffen.


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