Hochschul-Leitlinien

Charta guter Lehre

Was macht gute Lehre aus? Diese Frage haben Vertreter von rund 30 für gute Lehre ausgezeichnete Hochschulen diskutiert. Das Ergebnis: die "Charta guter Lehre". Damit gibt es erstmals Leitlinien von Hochschulen für Hochschulen in Deutschland.

05.07.2013 Pressemeldung Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.

Die Charta umfasst alle Bereiche der Hochschulen, die für das Lehren und Lernen nötig sind: die Studierenden, die Lehrenden, aber auch die institutionellen Rahmenbedingungen.

Sie ist das Resümee des "Wettbewerbs exzellente Lehre", einer Gemeinschaftsinitiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Kultusministerkonferenz. Neben den Preisträgern waren die Finalisten des Wettbewerbs und die Gewinner der Initiative "Bologna – Zukunft der Lehre" der VolkswagenStiftung und der Stiftung Mercator eingeladen in einem Qualitätszirkel mitzuarbeiten.

Drei der 10 Kapitel sind:

Lehren-Lernen-Prüfen: Dieser Punkt ist der Kern dessen, um was es geht, wenn man über Hochschullehre spricht. Gute Lehre ist nicht statisch. Sie muss lebendig sein und sich weiterentwickeln, um den wandelnden Anforderungen gerecht zu werden.

Motivations- und Anreizsysteme: Hier besteht besonders viel Handlungsbedarf. Welche Anreize müssen geschaffen werden, um der Lehre einen höheren Stellenwert einzuräumen.

Forschung in der Hochschulbildung: In diesem Bereich besteht viel Nachholbedarf in Deutschland. Denn fundierte Erkenntnisse aus der Wissenschaft sind die Voraussetzung, um Lehre und Studiengestaltung professionell weiterentwickeln zu können.

Die Charta kann und soll keine Gebrauchsanweisung für gute Lehre sein. "Sie taugt nicht als Blaupause. Dieser Wunsch wäre verfehlt. Denn es gibt keine Patentrezepte für gute Lehre", sagt die Projektleiterin Bettina Jorzik. Aber sie könne eine Anregung für viele Hochschulen sein: "Jede Hochschule muss für sich die Frage beantworten, was gute Lehre ausmacht, welche Voraussetzungen gute Lehre hat und wie sich gute Lehre fördern lässt", so der Generalsekretär des Stifterverbandes, Andreas Schlüter, bei der Bekanntgabe der Gewinner des Wettbewerbs exzellente Lehre.

Wenn Lehrende und Studierende es künftig gemeinsam schaffen, immer wieder neu auszuhandeln, was gute Lehre ist und was für gute Lehre gebraucht wird, "dann hat die Charta ihre Funktion erfüllt und für die Qualität der Lehre wahrscheinlich mehr geleistet, als es fachübergreifende Standards getan hätten", darüber waren sich alle Beteiligten einig. Der Qualitätszirkel könne dabei als Beispiel dienen, um zu sehen, dass und wie sich fach- und statusgruppenübergreifende Diskussionsprozesse organisieren lassen.

Die komplette Charta finden Sie unter www.stifterverband.de/charta-guter-lehre. Hier kann sie auch weiterhin kommentiert werden. Die Autoren freuen sich darüber hinaus über Beispiele aus der Praxis.


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