Computer im Dienste der Medizin

Computertechnik auf dem neuesten Stand an Bayerns Universitätsklinika für bestmögliche Forschung und Krankenversorgung: Für dieses Ziel investiert der Freistaat Bayern nachhaltig in die Informations- und Kommunikationstechnik der Bayerischen Universitätsklinika.

17.08.2006 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

"Für den laufenden Doppelhaushalt haben wir bereits 27 Mio. Euro für Investitionen der Universitätsklinika in diesem Bereich freigegeben. Nunmehr kommen weitere rund 10 Mio. Euro hinzu", erklärte Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Donnerstag in München. Die entsprechenden Vorhaben der Klinika seien vom Wissenschaftsministerium koordiniert und im Anschluss von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) positiv begutachtet worden, so der Minister. Damit sei ein 50%-iger Bundeszuschuss zu den Projektkosten sichergestellt. "In der Medizin ist moderne Computertechnik zum unabdingbaren Hilfsmittel für Forschung, Lehre und Krankenversorgung geworden", erklärte Goppel. "Sie trägt entscheidend dazu bei, die Qualität der medizinischen Forschung und der Behandlung zum Wohle der Patienten und ihrer schnellen Gesundung weiter zu steigern." Zugleich, so der Minister, helfe die moderne Technik den Universitätsklinika, ihre Position als leistungsfähige Krankenversorger auf höchstem medizinischen Niveau auch im Hinblick auf die sich ändernden Strukturen im Gesundheitswesen und den erhöhten Effizienz- und Kostendruck zu sichern.

Lag der Einsatzschwerpunkt der Informations- und Kommunikationstechnik an den Klinika anfangs bei der Unterstützung von Verwaltungsabläufen, so sind es heute Diagnostik und Therapie, der Studentenunterricht und die klinische Forschung, die durch spezialisierte und professionelle Computerverfahren verbessert werden können. Mit den jetzt getätigten Investitionen wird zum einen die technische Infrastruktur ausgebaut, z.B. Netzwerke, Server, Datenspeicher und Arbeitsplatzrechner. Der überwiegende Teil der Mittel fließt direkt in die verbesserte Steuerung der medizinischen Prozesse selbst – zum unmittelbaren Nutzen für die Patienten:

  • Mit einem Radiologischen Informationssystem (RIS) werden die radiologischen Untersuchungsabläufe optimal in die Behandlung eines Patienten integriert und ihre Schritte aufeinander abgestimmt. Medizinische Bilddaten – seien es nun digitale Röntgenbilder, CT- oder MRT-Serien, Endoskopie- oder Herzkatheter-Videos oder auch Fotografien aus der Augenheilkunde oder der Dermatologie – können mit einem medizinischen Bilddatenmanagement (PACS) auf digitalem Wege sicher verarbeitet, zuverlässig archiviert und bei Bedarf und Berechtigung an jedem Arbeitsplatz im Klinikum in kürzester Zeit angezeigt werden. Die Bilder eines Patienten – auch aus früheren Aufenthalten – sind also immer sofort verfügbar, wenn sie für die Behandlung benötigt werden. Am Klinikum der Universität München sowie am Universitätsklinikum Würzburg werden die Systeme RIS und PACS erheblich ausgebaut und modernisiert. Die Mittel für die Erweiterung entsprechender Systeme am Universitätsklinikum Erlangen werden voraussichtlich ebenfalls noch in diesem Jahr freigegeben.

  • Mit sogenannten Klinischen Arbeitsplatzsystemen (KAS) werden der Untersuchungs- und Behandlungsablauf sowie die Pflegeaktivitäten für jeden Patienten geplant, kontrolliert und dokumentiert. Ergebnis: Bessere Abstimmung der einzelnen Schritte und der Beteiligten, geringere Wartezeiten für den Patienten, Sicherung der Behandlungsqualität und letztlich eine kürzere Aufenthaltsdauer. Mit dem KAS haben Ärzte und Pflegekräfte im Rahmen ihrer Berechtigung Zugriff auf die "elektronische Krankenakte" der Patienten. Das Klinikum der Universität München beginnt in diesem Jahr mit der ersten Ausbaustufe eines solchen modernen klinischen Arbeitsplatzsystems. Die jetzt genehmigten Projekte ermöglichen den Universitätsklinika in Erlangen und Würzburg die Umsetzung der zweiten bzw. dritten Ausbaustufe eines KAS. Das Klinikum rechts der Isar der TU München geht noch einen Schritt weiter zu einer "elektronischen Krankenakte", indem es außerhalb des Klinikums erstellte Arztbriefe, Befundberichte und andere Papierdokumente digitalisiert (einscannt). So kann der Arzt auf diese Unterlagen genau wie auf die bereits am Computer erstellten Dokumente von seinem Arbeitsplatz aus unmittelbar zugreifen – auch noch Jahre nach der Behandlung. Der Aufbau dieses digitalen Krankenaktenarchivs hat bereits begonnen.

  • Bei der Behandlung von Patienten auf einer Intensivstation ist es notwendig, dass komplexe Therapien aus einer Vielzahl laufend gemessener Vitalparameter abgeleitet, durchgeführt und in ihrem Verlauf dokumentiert und optimiert werden. Bei dieser schwierigen Aufgabe werden Ärzte und Pflegekräfte durch so genannte Patientendaten-Managementsysteme (PDMS) sehr effektiv unterstützt und können so die Qualität der Behandlung noch weiter steigern. Die Intensivstation der Anästhesiologischen Klinik des Universitätsklinikums Regensburg arbeitet bereits mit einem PDMS. Auf der Interdisziplinären Operativen Intensivstation des Universitätsklinikums Erlangen wird derzeit ein solches System eingeführt; eine Ausdehnung auf alle Intensivstationen des Klinikums ist in diesem Jahr noch geplant.

Neben den genannten werden derzeit noch eine Reihe weiterer spezialisierter Systeme eingeführt, so zum Beispiel mikrobiologische und klinisch-chemische Labor-Informationssysteme am Klinikum rechts der Isar der TU München und am Universitätsklinikum Würzburg sowie ein Blutbank-Informationssystem am Klinikum der Universität München.


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