Das Saarland bewegt viel, damit Kinder sich mehr bewegen

"Ausreichende Bewegung ist ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Lebensweise. Daher hat das Saarland in den letzten Jahren verstärkt dafür gesorgt, dass seine Kinder und Jugendlichen sich mehr als in der Vergangenheit bewegen können und damit etwas für ihre Gesundheit tun."

13.05.2004 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Dies erklärte Kultusminister Jürgen Schreier am Donnerstag (13.5.04) bei der Vorstellung der IDEFIKS-Studie (Interdisziplinäre Evaluierung der Fitness und Gesundheit bei Kindern im Saarland). Darin wurden bundesweit erstmalig durch das Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes wissenschaftlich gesicherte Daten über den Gesundheits- und Fitnesszustand von Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 und 15 Jahren gesammelt und ausgewertet.

Die Studie hat 216 Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulformen zwei Jahre lang auf ihre körperliche Fitness und auf Herzkreislauf-Risikofaktoren hin untersucht. Zusätzlich wurden 700 Jugendliche der Klassenstufe 9 sowie deren Eltern zu ihrem Freizeit- und Sportverhalten, zum Ernährungsverhalten und zum Konsum von Genussmitteln befragt. Dabei kommt die IDEFIKS -Studie zu dem Schluss, dass die negative und mit Sorge verbundene öffentliche Diskussion zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zwar berechtigt, im Hinblick auf die erhobenen Daten aber überzogen ist.

"Diese Studie ist endlich eine verlässliche Grundlage für die anhaltenden Diskussionen um den Gesundheits- und Fitnesszustand unserer Kinder, über den Land auf, Land ab viel spekuliert wird. Sie beweist, dass wir zu Recht Befürchtungen bezüglich der Fitness unserer Kinder hatten, aber: wir können etwas dagegen tun! Mit den richtigen Ansätzen im Schul- und Vereinssport lässt sich das Problem stark eingrenzen; wir müssen dort dem Bewegungsmangel der Kinder noch stärker vorbeugen und sie zu einer gesunden Lebensweise erziehen", sagte die Ministerin für Inneres und Sport, Annegret Kramp-Karrenbauer.

In diesem Zusammenhang verwies Kultusminister Jürgen Schreier auf vielfältige Neuerungen, durch die das Land Voraussetzungen dafür geschaffen habe, dass die Jugend wieder mehr Sport treibt und sich so gesund und fit hält. Jürgen Schreier: "Schon im Kindergarten fangen wir damit an. Vor einem Jahr haben wir die Aktion ´Kindergartenkids in Bewegung' im Stadtverband Saarbrücken gestartet. In Kooperation mit Sportvereinen sorgen dabei die Kindergärten für mindestens eine Bewegungsstunde pro Woche." Nach Aussage aller Beteiligten hätten sich die motorischen Eigenschaften bei den Kids bereits deutlich verbessert, sagte der Minister. Daher werde das Projekt vom Land weiterhin finanziell gefördert und im nächsten Jahr im Landkreis St. Wendel fortgesetzt.

Bereits im Jahr 2001, so Schreier, habe das Land allen Grundschulen und Schulen für Behinderte die CD "Bewegungsspaß für Groß und Klein" zur Verfügung gestellt. In abwechslungsreichen 5-Minuten-Einheiten lasse sich damit immer dann Bewegung in den Unterricht integrieren, wenn der Lehrer es für angebracht hält, kognitive Phasen durch motorische abzulösen. Dabei würden Wahrnehmungs-, Reaktions- und allgemeine Bewegungsfähigkeit entwickelt sowie Ausdauer, Koordination und Spaß an der kreativen Bewegung gefördert, sagte der Minister.

Darüber hinaus habe das Land seit einem Jahr acht Sportlehrer für jeweils einen Tag pro Woche vom Unterricht freigestellt, damit sie dann in allen Schulregionen vor Ort als Moderatoren Lehrkräfte an Grundschulen beim Sportunterricht unterstützen, beraten und weiterbilden können.

Als weiteren Beitrag für mehr Bewegung im Kindesalter nannte der Minister die Einrichtung des Modellprojektes "Sportbetonte Grundschule" in Köllerbach. Dort erhalten Schüler der 1. bis 4. Klasse in Talent-Fördergruppen drei zusätzliche Sportstunden pro Woche. Die Beteiligung der LSG Köllerbach, des KSV Köllerbach und des TV Püttlingen sind Gewähr dafür, dass die sportliche Betätigung in der Leichtathletik, im Ringen und im Gerätturnen stattfindet und somit eine breite grundmotorische Ausbildung erfolgen kann.

Auch an weiterführenden Schulen seien seit dem Jahr 2000 in allen Landkreisen sportbetonte Klassen eingerichtet, sagte der Minister. Dabei erhalten die Schüler einer Sportklasse sechs Sportstunden pro Woche, also vier Stunden mehr als ihre Mitschüler.

Insgesamt, so der Minister weiter, stelle das Land fast 70 Lehrerstunden für die zusätzliche Sportförderung zur Verfügung.

Als einen ganz wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen bezeichnete der Minister die Initiative "Wir im Verein mit dir". In nur drei Jahren sei es so gelungen, 1 000 Schülerinnen und Schüler, die noch nicht Vereinsmitglieder waren, in einen Sportverein zu bringen. Dies sei eine gelungene Ergänzung zu den bereits bestehenden 90 Kooperationen "Schule und Verein mit gesundheitssportlicher und breitensportlicher Zielsetzung".

Jürgen Schreier: "Kinder toben sich heute nicht mehr so wie früher im Freien aus. Sie sitzen vor Fernsehern, Computern und Gameboys. Daher sind Schule und Sportvereine gefordert, den eigentlich natürlichen, aber verkümmerten Bewegungsdrang der Jugendlichen im Sinne der Gesundheitsförderung zu aktivieren." Der Minister dankte den beteiligten Vereinen für ihr Engagement.


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