"Deutliche Aufwertung der Universitäten Darmstadt und Frankfurt"
Drei der sechs Anträge hessischer Universitäten auf Förderung im Rahmen des Bund-Länder-Programms Exzellenzinitiative sind heute vom Bewilligungsausschuss in Bonn positiv beschieden worden: An der Technischen Universität Darmstadt werden sowohl das Exzellenzcluster "Smart Interfaces" als auch die Graduiertenschule "Computational Engineering" eine Förderung erhalten. Die Universität Frankfurt wird mit dem Exzellenzcluster "Normative Orders" ein geistes- und sozialwissenschaftliches Spitzenforschungszentrum beheimaten. Die Technische Universität Darmstadt (TUD) hat damit die Eingangsvoraussetzung erfüllt, im Rahmen der sehr wahrscheinlichen Fortsetzung des Exzellenzwettbewerbs einen Antrag auf Förderung eines Zukunftskonzeptes stellen zu können.
19.10.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und KunstDer Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, der an der zweitägigen Sitzung des Bewilligungsausschusses im Bonner Wissenschaftszentrum teilgenommen hatte, äußerte sich höchst zufrieden mit dem Abschneiden der hessischen Hochschulen: "Mit zwei von insgesamt 20 erfolgreichen Exzellenzclustern und einer von 21 Graduiertenschulen ist Hessen im Wettbewerb um Spitzenförderung sehr erfolgreich. Besonders stolz bin ich, dass beide hessische Clusteranträge, die den Weg in die Endausscheidung geschafft haben, nun auch einen Förderzuschlag erhalten haben. Das ist eine hervorragende Bestätigung für die hochqualitative, profilorientierte wissenschaftliche Arbeit an den beiden südhessischen Standorten", hob der Minister hervor. "Die Standorte Darmstadt und Frankfurt werden durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder eine weitere deutliche Aufwertung erfahren."
Berücksichtige man auch das ausgezeichnete Abschneiden der Universität Gießen in der ersten Runde des Exzellenzwettbewerbs im vorigen Jahr, seien mithin also drei der fünf hessischen Universitäten in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder erfolgreich. Insgesamt bekommen diese drei Hochschulen nun zusätzliche Fördermittel von rund 30 Millionen Euro pro Jahr.
Das Exzellenzcluster "Smart Interfaces – Intelligente Grenzflächen" der TUD ist ein Großforschungsprojekt, das sich mit so genannten Strömungsberandungen befasst. Hier geht es um das Verständnis und die gezielte und bedarfsgerechte Gestaltung von Phasengrenzflächen, bei denen gasförmige oder flüssige Phasen mit einer festen Wand wechselwirken. In dem von Prof. Dr. Cameron Tropea koordinierten Projekt arbeitet die TUD zusammen mit dem Deutschen Kunststoff Institut Darmstadt, dem Fraunhofer Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit Darmstadt, der Universität Mainz und dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz.
Der Antrag "Formation of Normative Orders" (Koordination: Prof. Dr. Klaus Günther) baut auf der Tradition der "Frankfurter Schule" auf und stärkt die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung am Standort Frankfurt. In dem Cluster befassen sich Wissenschaftler der Universität Frankfurt, der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung, des Instituts für Sozialforschung und des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte (alle in Frankfurt) mit aktuellen Konflikten um die gerechte Weltordnung. Konkret werden interne Prozesse, Prozeduren und Konflikte bei der Herausbildung normativer Ordnungen in einem interdisziplinären Projekt von Rechtswissenschaftlern, Philosophen und Sozialwissenschaftlern erforscht.
Die Darmstädter Graduiertenschule "Graduate School of Computational Engineering (CE)" baut auf einem bereits etablierten Schwerpunkt auf und ist Teil einer umfassenden CE-Initiative der TUD. Nachwuchswissenschaftler werden in der computergestützten Modellierung, Analyse, Simulation und Optimierung ingenieurwissenschaftlicher Anwendungen ausgebildet. Diese Initiative wird von Prof. Dr. Michael Schäfer koordiniert und bündelt die Expertisen der TUD mit denen der Fraunhofer-Institute für Graphische Datenverarbeitung und Betriebsfestigkeit.
Je Cluster fließen jährliche Projektmittel in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro zuzüglich eines zwanzigprozentigen Gemeinkostenzuschlags an die beiden Standorte. Die Graduiertenschulen werden mit etwa einer Million Euro im Jahr plus Gemeinkostenaufschlag gefördert. Insgesamt bekommen die Hochschulen in Darmstadt und Frankfurt damit zusätzliche Fördermittel von etwa 16 Millionen Euro im Jahr.
Mit diesem Ergebnis liegt Hessen über dem so genannten Königsteiner Schlüssel. Nach diesem von der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung errechneten Schlüssel werden wissenschaftliche Forschungseinrichtungen in Deutschland zwischen Bund und Ländern finanziert. Er setzt sich zu zwei Dritteln aus dem Steueraufkommen und zu einem Drittel aus der Bevölkerungszahl der Länder zusammen.
Dem Bewilligungsausschuss der Exzellenzinitiative unter Leitung des Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Prof. Dr. Matthias Kleiner, und des Vorsitzenden des Wissenschaftsrats, Prof. Dr. Peter Strohschneider, gehören 25 internationale Wissenschaftler an (Gemeinsame Kommission) sowie die Wissenschaftsminister der 16 Bundesländer und die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan.
Mit dieser zweiten Antragsrunde ist der erste Wettbewerbsdurchlauf der mit insgesamt 1,9 Milliarden Euro ausgestatteten Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder abgeschlossen. Hessen hatte in der ersten Runde bereits Förderzuschläge für zwei Exzellenzcluster an den Universitäten Frankfurt und Gießen sowie eine Graduiertenschule an der Universität Gießen erhalten, was zusätzliche Fördermittel für diese Hochschulen von mehr als 14 Millionen Euro im Jahr bedeutet.
Zusammen mit dem Ergebnis der zweiten Bewilligungsrunde verfügt Hessen jetzt über vier im Rahmen der Bund-Länder-Initiative mit beachtlichen finanziellen Mitteln aufgebaute Forschungscluster sowie zwei Graduiertenschulen zur fachspezifischen Ausbildung des akademischen Nachwuchses. "Beide Auswahlrunden zusammengefasst, ist Hessen damit im Ländervergleich ausgesprochen erfolgreich", sagte Wissenschaftsminister Corts. "Ich bin damit sehr zufrieden und auch sehr optimistisch im Hinblick auf die weitere Entwicklung dieses mit der Exzellenzinitiative angestoßenen Profilierungsprozesses innerhalb der deutschen Forschungslandschaft."
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