Die Lehrerausbildung an deutschen Hochschulen verschlingt viel Geld und fristet dennoch eine undurchsichtige Randexistenz, beklagt der Stifterverband

Nach Berechnungen des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft erhalten deutsche Hochschulen für die Lehrerausbildung jährlich 1,3 Milliarden Euro aus Steuermitteln. Doch fehlt Rechenschaft darüber, ob dieses Geld auch in vollem Umfang in die Lehrerbildung investiert wird.

08.08.2011 Pressemeldung Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.

"Darüber gibt es keinerlei Transparenz", klagt Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes. "Tatsächlich fristet die Lehrerbildung an den Universitäten ein absolut randständiges Dasein. Viele Professoren wissen nicht einmal, wer in ihren Seminaren Lehramtsstudent ist", sagt Meyer-Guckel. Dabei studiert jeder siebte Student an Universitäten mit dem Berufsziel Lehrer. "Wenn wir die Qualität der Lehrerbildung verbessern wollen, muss diese in das Zentrum der Hochschulbildung rücken und darf nicht länger nur ein Anhängsel der Fachdisziplinen sein", fordert Meyer-Guckel.

Über die Qualität der Lehrerbildung gibt es keinerlei belastbare Berichterstattung. Es gibt zurzeit weder ein brauchbares Instrumentarium zur Qualitätsmessung in der Lehrerbildung noch ein aussagekräftiges Monitoring über die Resultate. Meyer-Guckel: "Über die Lehrerbildung in Deutschland wissen wir viel zu wenig. Eins aber ist gewiss: Viele Schulen und viele Schulfächer stehen vor einem akuten Lehrermangel." Eine aktuelle Prognose der Kultusministerkonferenz zeigt, dass es bis zum Jahr 2020 vor allem für die beruflichen Schulen und für die mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Unterrichtsfächer deutlich zu wenig Nachwuchs gibt.


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