Dr. Eva-Maria Stange: "Forscherinnen und Forscher nicht weiter kriminalisieren"

Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange plädiert im Vorfeld der morgigen Debatte im Deutschen Bundestag für eine Verschiebung der Stichtagsregelung auf den 1. Mai 2007. "Mit einer solchen Regelung könnte einerseits der ethischen Grundintention des Stammzellkompromisses von 2002 und andererseits den Anforderungen der deutschen Forscherinnen und Forscher, notwendiges Forschungsmaterial zur Verfügung zu haben, Rechnung getragen werden", so die Ministerin.

10.04.2008 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Mit einer solchen Regelung werde einer grenzenlosen Forschung keineswegs Tür und Tor geöffnet, sondern im Gegenteil ein deutlicher Grenzstein aufgestellt. "Wir brauchen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Freiheit der Forschung im Interesse der Menschen und ethischer Verantwortung."

Das Wissenschaftsministerium hatte sich im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe "Gläserne Werkstatt" bereits im Oktober des vergangenen Jahres mit diesem Thema beschäftigt und unter anderem die Frage gestellt, ob die bisher geltende Stichtagsregelung die deutsche Forschung benachteilige. Im Verlauf dieser Veranstaltung sei auch deutlich geworden, so Ministerin Dr. Stange, dass es wichtig sei, dass das Stammzellgesetz hinsichtlich der strafrechtlichen Bestimmungen auf das Inland begrenzt werde, um Rechtssicherheit für Forscherinnen und Forscher zu schaffen und sie nicht weiter zu kriminalisieren.

Der Bundestag entscheidet morgen über vier Anträge zur Stammzellenforschung. Derzeit dürfen Forscher in Deutschland nur Stammzellen verwenden, die vor dem 1. Januar 2002 im Ausland gewonnen wurden.


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