Drei neue Philosophie-Professoren an der Universität des Saarlandes

Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Joachim Rippel hat am Donnerstag (20.03.2008) Prof. Dr. Ursula Wessels und Prof. Dr. Christoph Fehige zu Universitätsprofessoren für Praktische Philosophie und Privatdozent Dr. Nikolaus Strobach zum Universitätsprofessor für Analytische Philosophie an der Universität des Saarlandes ernannt.

20.03.2008 Saarland Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes

Die Geisteswissenschaften in der Universität zu stärken ist ein Ziel, das Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Joachim Rippel wichtig ist. Er sieht die Universität des Saarlandes auf dem richtigen Weg, wenn sie die Besetzung von Professuren nutzt, um Schwerpunkte zu bilden und auszubauen. In der Fachrichtung Philosophie konnte sie dieses Ziel mit der Berufung von Frau Wessels und den Herren Fehige und Strobach in hervorragender Weise umsetzen. Die Habilitationsschriften der Neuberufenen wurden mit dem Wolfgang-Stegmüller-Preis zur Förderung des Wissenschaftlichen Nachwuchses in der Analytischen Philosophie ausgezeichnet.

Wessels und Fehige, die seit Juli 2007 an der Universität Bayreuth das Fach Sozialphilosophie lehren, werden sich die Professur für Praktische Philosophie als sogenannte "dual career couple" (Wissenschaftler-Paar) teilen.

Wessels, 1965 in Münster (Westfalen) geboren, war nach dem Studium der Fächer Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte in Münster und Saarbrücken u.a. an der Universität Leipzig und auch an ausländischen Hochschulen tätig. Sie wurde an der Universität des Saarlandes 1993 mit einer Arbeit zum Wert des Lebens ("Verbietet das Recht auf Leben Abtreibung") mit Auszeichnung promoviert und habilitierte sich 2002 an der Universität Leipzig mit einer Arbeit zum Thema "Die gute Samariterin: Zur Struktur der Supererogation".

Fehige, 1963 in Münster (Westfalen) geboren, hat zuerst an der Guildhall School of Music and Drama in London studiert. Nach dem Erwerb des Certificate in Stage Management begann er sein Studium in den Fächern Philosophie, Romanistik, Musikwissenschaft und mathematische Logik in Münster und Paris. Fehige hat an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland gearbeitet. 1989 wurde er an der Universität Münster mit einer Arbeit über die Grundlagen der Moral ("Rationalität und ethischer Intuitionismus") promoviert und erhielt 2001 an der Universität Leipzig die Habilitation mit einer Arbeit über praktische Gründe ("Ends and Means"). 1988 wurde ihm der Heinz-Maier-Leibnitz-Preis zur Förderung des Wissenschaftlichen Nachwuchses verliehen und 2003 erhielt er ein Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Wessels und Fehige beabsichtigen mit den Fächern Volkswirtschaftslehre und Mathematik einen gemeinsamen Master-Studiengang "Economics, Finance and Ethics" (Arbeitstitel) aufzubauen, der zum Wintersemester 2009/2010 starten soll.

Strobach, 1969 in Braunschweig geboren, hat die Fächer Philosophie, Psychologie und Politikwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und an der Universität Edinburgh studiert und mit einer Arbeit zum Thema "Der Augenblick des Wechsels" promoviert. 2005 habilitierte er sich an der Universität Rostock, Thema seiner Habilitationsschrift: "Alternativen in der Raumzeit - eine Studie zur philosophischen Anwendung multidimensionaler Aussagenlogiken". Strobach war an verschiedenen deutschen Hochschulen tätig, zuletzt als einer der Leiter des Zentrums für Logik, Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte an der Universität Rostock und als Gastprofessor für Philosophie der Antike und der Gegenwart an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu seiner Lehrtätigkeit an der Universität des Saarlandes werden auch Vorlesungen zur Metaphysik gehören: Im vergangenen Jahrhundert für einen Philosophen der logisch-analytischen Richtung noch verbotenes Terrain, ist sie heute eines der wichtigsten philosophischen Forschungsgebiete, das mit seinen Fragen an so unterschiedliche Fächer wie Theologie und Informatik angrenzt. Darüber hinaus plant er eine enge Zusammenarbeit mit der Universität II in Nancy.

Das Philosophen-Trio, das besondere Chancen in der Öffnung der Philosophie zu anderen Disziplinen sieht, wird seine Tätigkeit an der Universität des Saarlandes am 01. April 2008 aufnehmen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden