E-Klausuren in Berlin und Bremen
(bikl) An der FU Berlin haben erstmals 180 Studierende der Wirtschaftswissenschaften ihre Abschlussklausur in der Statistik-Grundausbildung an Laptops und PCs ab abgelegt. Dabei nutzten die Studierenden den Computer nicht etwa nur für einen Multiple-Choice-Test. Denn die interaktive Lern- und Arbeitsplattform "Statistiklabor" ermöglicht eine neue und interessantere Form der Statistik-Lehre.
14.03.2005 Artikel"Echte" Prüfungsfragen
Die Software bietet eine interaktive Lern- und Arbeitsumgebung. So gestaltet sie die unter angehenden Wirtschaftswissenschaftlern oft ungeliebte Statistik-Grundausbildung völlig neu - weg von der mathematisch-dominierten Aufgabenrechnerei und hin zu einer problemorientierten Herangehensweise. "Mit dem Statistiklabor arbeiten die Studierenden mit echten Datensätzen - etwa aus realen Umfragen - und betreiben so richtige Datenanalyse. Das macht mehr Spaß und hat einen größeren Praxisbezug als nur in den Taschenrechner zu tippen und Wahrscheinlichkeitsfunktionen mit wenigen Zahlen zu berechnen", erklärt der FU-Statistik-Professor Dr. Ulrich Rendtel, unter dessen Federführung die neue Statistik-Ausbildung mit Abschluss-Klausur am Computer für eine große Veranstaltung im Grundstudium nun Premiere hatte.
Nur ein Mausklick?
Auch an der Uni Bremen wurden jetzt - im Rahmen des Projekts "eExamination im Bildungsnetzwerk Bremen" - die ersten Klausuren im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften am PC geschrieben. Stellt sich die Frage nach der Qualität der Prüfungen: Leidet sie nicht darunter, wenn statt ausführlicher freisprachlicher Antwort lediglich Kreuze gemacht, Symbole mit der Maus hin- und her geschoben oder Lösungswörter und -zahlen eingegeben werden?
Detlev Ehrig, Studiendekan im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft, und Georg Müller-Christ, Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre, weisen Befürchtungen um mögliche Qualitätseinbußen zurück. Online-Klausuren würden in Zukunft eher zu schwierigeren Prüfungen führen. Je ausgefeilter die Prüfungssoftware werde, um so mehr wachse der Anreiz, immer verzwicktere Fragen zu stellen.. Schon jetzt zeige sich, dass sich Prüfungsanforderungen ändern. Statt blumiger Antworten auf schwammige Fragen müsse von nun an auf präzise Fragen ebenso präzise geantwortet werden.
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