Engere wissenschaftliche Verbindungen zu China

"Der Entschluss der Universität Frankfurt, gemeinsam mit der Fudan-Universität ein Konfuzius-Institut zu eröffnen, ist Ausdruck der Weitsicht des Präsidiums der Universität, der Verbreitung der chinesischen Sprache und der Förderung des deutsch-chinesischen Kulturaustauschs eine außerordentlich hohe Bedeutung beizumessen." Mit diesen Worten hat der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, anlässlich eines Festakts an der Universität Frankfurt die heutige Gründung des Konfuzius-Instituts Frankfurt gewürdigt. Dies sei ein historischer Schritt, der sicherlich zu einer dauerhaften Partnerschaft und einem lebhafteren Wissenschaftsaustausch mit einem wichtigen und zuverlässigen Partner des Landes Hessen führen werde. "Ich hoffe und wünsche mir, dass wir mit dem Konfuzius-Institut Frankfurt ein chinesisches Kulturinstitut begründen können, in dem alle an China und Ostasien Interessierten in Hessen zusammenkommen können", sagte Corts. Das Konfuzius-Institut sei ein völlig neuartiges Unternehmen, das interessante und spannende deutsch-chinesische Interaktionen und Erfahrungen verspreche und in der Region das Verständnis dieses größten Landes Ostasiens, seiner faszinierenden Kultur und seiner immer wieder überraschenden Entwicklungen in jüngster Zeit stärken werde.

17.09.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Die Wahl der Johann Wolfgang Goethe-Universität als Standort des vierten Konfuzius-Instituts in Deutschland – neben Einrichtungen der FU Berlin, der Universität Düsseldorf und der Universität Erlangen-Nürnberg – wertete der Minister als Ausdruck der Wertschätzung des interdisziplinären Zentrums für Ostasienstudien (IZO) an der Universität Frankfurt. In Frankfurt sei überdies die größte chinesische Gemeinde Deutschlands zu Hause mit entsprechenden Infrastruktureinrichtungen in Stadt und Region, so dass die Ansiedlung des Instituts auch in dieser Hinsicht nur folgerichtig sei. Das Fach Sinologie hat an der Universität Frankfurt eine lange Tradition seit Richard Wilhelm in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts das China-Institut gründete.

Im Rahmen der von Wissenschaftsminister Corts initiierten Zentrenbildung der kleineren geisteswissenschaftlichen Fächer baut die Universität Frankfurt mit Unterstützung des Landes Sinologie und Ostasienwissenschaften kontinuierlich zu einem interdisziplinären Schwerpunkt fernöstlicher Regionalstudien aus. Partnerschaften bestehen mit der Peking-Universität, der Fudan-Universität in Shanghai und der Korea-University in Seoul.

Das Land Hessen engagiert sich in Ostasien durch die Gründung einer deutsch-vietnamesischen Universität in Ho-Chi-Minh-Stadt. Eine entsprechende Vereinbarung hatte der Minister im Mai in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler in Vietnam unterzeichnet. Bereits zum Wintersemester 2008/2009 sollen dort die ersten Studierenden aufgenommen werden. Die "German Vietnamese University" (GVU) soll möglichst rasch zu einem Kompetenzzentrum der Zusammenarbeit in Bildung und Wissenschaft zwischen der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere dem Land Hessen, und der Sozialistischen Republik Vietnam ausgebaut werden. Erst vor Kurzem hatte Minister Corts im Zusammenhang mit diesem Projekt einer Gruppe von 17 Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern aus Vietnam nach Abschluss einer siebenwöchigen Fortbildung ihre Zertifikate überreicht; derartige Fortbildungen sind eine wichtige Voraussetzung für den Start der Hochschule. Die Lehrkräfte kamen von der Universität Hanoi und den Nationaluniversitäten in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon. In Vietnam leben rund 100.000 Menschen, die Deutsch sprechen. Viele von ihnen haben in Deutschland studiert, vor allem in der früheren DDR.


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