Erfolgreicher Abschluss des Mediationsverfahrens zwischen dem Bildungsministerium und der Universität Rostock
Nach nur drei Verhandlungsrunden in zwei Monaten ist das Mediationsverfahren über die Zielvorgabe vom 3. Mai 2006 für die Universität Rostock abgeschlossen. Nachdem der Akademische Senat der Universität und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur dem Vergleichsvorschlag der vorsitzenden Richterin zugestimmt haben, hat auch die Landesregierung dies in ihrer heutigen Kabinettsitzung abschließend zur Kenntnis genommen.
13.03.2007 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-VorpommernErfolgreicher Abschluss des Mediationsverfahrens zwischen dem Bildungsministerium und der Universität Rostock - Kabinettsbeschluss erfolgt
Bildungsminister Henry Tesch und der Rektor der Universität Rostock, Prof. Dr. Thomas Strothotte, gehen davon aus, dass damit die Universität und das Land nunmehr gemeinsam die großen Herausforderungen der künftigen Hochschulentwicklung angehen können.
Dieser Vergleich stellt für beide Seiten einen tragfähigen Kompromiss dar, der sowohl den Interessen des Landes als auch denen der Universität Rechnung trägt.
Die wesentlichen Eckpunkte des Vergleichs stellen sich wie folgt dar:
- Der Streit um die Zahnmedizin an der Universität Rostock wird beigelegt. Auf der Basis des Vertrages von Land und Universität zur Zahnmedizin vom 15. Mai 2002 wird diese ihre Arbeit fortsetzen können. Das Land stimmt der unbefristeten Besetzung vakanter Professuren zu.
- Die Universität Rostock wird ihr juristisches Studienangebot künftig mit dem Fach Betriebswirtschaftslehre verzahnen. Dazu kann die Universität Rostock einen neuen interdisziplinären Studiengang (Bachelor und Master) mit Schwerpunkt auf dem Gebiet des nationalen und internationalen privaten und öffentlichen Wirtschaftsrechts einrichten. Im Gegenzug werden ab dem Jahr 2008 in den Studiengang Rechtswissenschaft keine Erstsemester mehr immatrikuliert.
- Der Universität Rostock ist anheim gestellt, den neuen Studiengang auf dem Gebiet des Wirtschaftsrechts so zu gestalten, dass dort implementierte juristische Module an anderen Universitäten im Studiengang Rechtswissenschaft anerkannt werden können.
- Die Universität Rostock verfügt künftig über eine Ausstattung von bis zu 52 Stellen für die Ausbildung in den Fächern Jura und Betriebswirtschaftslehre, darunter sechs Juraprofessuren. Die Stellen können systemisch auf die künftigen Profillinien der Universität ausgerichtet werden.
- Die Universität Rostock will enger mit der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald zusammenarbeiten. Das Bildungsministerium stellt den Universitäten anheim, eine gemeinsame juristische Fakultät zu gründen. Details sollen in Ergänzung zum vorhandenen Kooperationsvertrag zwischen den Einrichtungen festgelegt werden.
- Eine vereinbarte Liste dringlicher Bauvorhaben mit einem geschätzten Mittelvolumen von 250 Mio. € wird umgesetzt.
Ferner werden insgesamt 22 weitere Einzelmaßnahmen vereinbart, darunter z.B. das Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung, die Einrichtung einer Forschungsdatenbank an der Universität, die Errichtung eines Scan-Balt-Liaison-Office und das IT Science Center Rügen. Insgesamt ist für die Einzelmaßnahmen im Zeitraum bis 2010 ein Volumen von über 3 Mio. € vorgesehen.
Der Akademische Senat der Universität Rostock hat auf einer Sondersitzung am 28. Februar 2007 mit großer Mehrheit dem Vergleich zugestimmt.
Mit der heutigen Entscheidung des Kabinetts gilt das Verfahren als abgeschlossen.
Der Rektor: "Durch den Kabinettsbeschluss in Verbindung mit dem Senatsbeschluss kann nun endlich die Sacharbeit wieder im Mittelpunkt stehen. Dieser Prozess hat bereits begonnen durch Diskussionen zu künftigen Profillinien der Universität. Hier werden wir uns auch ganz eng mit der Landesregierung abstimmen."
Rektor Strothotte betont, dass an der Universität Rostock nach wie vor mit den verbleibenden und neuen Studienangeboten auch die juristische Forschung gewährleistet ist. Gleichzeitig kann die Universität neue Wege in der Ausbildung gehen. "Wir wollen unsere neuen Studiengänge mit ausländischen Partnern entwickeln und somit die internationale Anbindung unserer künftigen Absolventinnen und Absolventen verbessern. Damit wollen wir zu ihrer Chancengleichheit auf dem zunehmend globalisierten Arbeitsmarkt beitragen", so der Rektor.
Minister Tesch und Rektor Strothotte betonen gemeinsam ihre Zufriedenheit darüber, dass der Konflikt zwischen Land und Universität in einer einvernehmlichen Atmosphäre bereinigt werden konnte. Wichtige Weichenstellungen wollen sie künftig frühzeitig und intensiv besprechen, um eine Wiederholung des über zwei Jahre andauernden Streits zu vermeiden.
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