Erklärung zur Hochschulbildung in Sachsen-Anhalt

Aus einem Werkstattgespräch der GEW Sachsen-Anhalt zur Hochschulbildung, das am 22. März 2005 in Halle stattgefunden hatte, resultiert eine Erklärung zu einigen Problemen der Hochschulentwicklung in Sachsen-Anhalt, die nun vorliegt.

13.07.2005 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Die Erklärung wird von Politikern, Rektoren, Wirtschaftsvertretern und der Bildungsgewerkschaft getragen. Sie drückt diejenigen Ansichten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Werkstattgespräch aus, bei denen während der Debatte Übereinstimmung erzielt werden konnte.

Die mit der Klärung der benannten Probleme verbundenen beträchtlichen Konsequenzen sind nun zu ziehen.

Der Leiter des Vorstandsbereiches Hochschule/Forschung/Lehrerbildung der GEW Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Jürgen Köhler, brachte zum Ausdruck, dass er sich vorstellen könne, in einem Rahmen, der politische Richtungen überschreitet und viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens umfasst, auch weiterhin Lösungen anzugehen. "In Lebensfragen des Landes, wozu Bildung und Wissenschaft unbedingt zählen, sollte immer der Konsens gesucht werden", sagte Köhler heute.

Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:

Erklärung zur Hochschulbildung

Am 22. März 2005 fand an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ein Werkstattgespräch statt zum Thema "Hochschulbildung: Zugang - Wege - Ergebnisse".

Die Teilnehmer an diesem Gespräch,
Dr. Christoph Bergner (MdB),
Prof. Dr. Georg Frank (Geschäftsführer der Bayer GmbH Bitterfeld),
Prof. Dr. Wilfried Grecksch (Rektor der Martin-Luther-Universität),
Dr. Gerlinde Kuppe (MdL),
Thomas Lippmann (Vorsitzender der GEW Sachsen-Anhalt),
Prof. Dr. Dieter Orzessek (Präsident der HochschuleAnhalt (FH)),
Prof. Dr. Karl Erich Pollmann (Rektor der Otto-von-Guericke Universität),
Hilmar Preuss (Student an der Martin-Luther-Universität),
Dr. Petra Sitte (MdL),
Dr. Jürgen Weißbach (ehem. Vorsitzender des DGB Sachsen-Anhalt),
stimmen darin überein:

  1. Sachsen-Anhalt benötigt für seine Entwicklung zu einer leistungsfähigen Region jegliche Begabung und muss deshalb alle Bildungspotentiale ausschöpfen.
  2. Qualitativ hochwertige und flexible Hochschulbildung erhöht die Möglichkeiten der Studienabgänger, einen anspruchsvollen Platz im Berufsleben zu finden.
  3. Also ist es notwendig, ein langfristiges Förderprogramm für die Hochschulen des Landes zu entwickeln. In dieses Programm einzuschließen ist ein zukunftssicheres, die derzeitige Unterfinanzierung aufhebendes Ausstattungskonzept, das die Qualitätsentwicklung in allen Bereichen der Hochschulbildung sichert.

    Mit Besorgnis stellen die Teilnehmer fest:
  4. Die Umstellung der Studienabschlüsse auf die Grade Bachelor und Master lässt derzeit Fragen unbeantwortet wie:
    Ist eine hohe Qualität der Abschlüsse gesichert?
    Ist für diejenigen Bachelor, die dies wollen, der Übergang in einen Masterstudiengang möglich?
    Werden die neuen Abschlüsse von der Praxis akzeptiert?
  5. Innerhalb der Studienbewerbungen sind beträchtliche Ungleichgewichte nicht zu übersehen. Deshalb muss das gesamte System der Studienvorbereitung und Studienberatung ausgebaut und optimiert werden.

Ansprechpartner

GEW Sachsen-Anhalt

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