"Exzellente Wissenschaft und gute Arbeit: zwei Seiten einer Medaille"
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Maßnahmen gefordert, um die Beschäftigungsverhältnisse an den Hochschulen zu stabilisieren. "Wer einerseits exzellente Forschung und Lehre fordert, muss andererseits auch gute Berufsperspektiven und Beschäftigungsbedingungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bieten. Exzellente Wissenschaft und gute Arbeit sind zwei Seiten einer Medaille", erklärte das für Hochschule und Forschung verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller heute mit Blick auf die für Freitag erwarteten Förderentscheidungen für die zweite Phase der Exzellenzinitiative.
14.06.2012 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und WissenschaftKeller kritisierte, dass Bund und Länder mit der Exzellenzinitiative für eine dramatische Ausweitung befristeter Beschäftigungsverhältnisse an Hochschulen gesorgt hätten: "Kamen 2005 auf einen wissenschaftlichen Angestellten mit Dauervertrag noch vier Kolleginnen und Kollegen mit Zeitvertrag, waren es 2010 bereits acht. Die meisten Zeitverträge haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Mit der Ausweitung des Hire-and-Fire-Prinzips schaden die Hochschulen der Kontinuität und Qualität ihrer Forschung und gefährden die Attraktivität ihrer Arbeitsplätze."
Keller forderte Bund und Länder auf, die Vergabe der Exzellenzgelder mit Auflagen für die geförderten Universitäten zu verbinden: "Die Laufzeiten der Arbeitsverträge müssen die Projektlaufzeit von fünf Jahren ausschöpfen. Befristet beschäftigte Kolleginnen und Kollegen, deren Förderung 2012 ausläuft, müssen eine faire Chance auf Weiterbeschäftigung bekommen. Familienbezogene Fördermöglichkeiten müssen in jedem Einzelfall genutzt werden."
Außerdem schlug der GEW-Hochschulexperte vor, die Exzellenzinitiative ab 2017 in einen "Pakt für gute Arbeit in der Wissenschaft" zu überführen. Dieser soll qualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Perspektive eröffnen, dauerhaft in Forschung, Lehre oder Wissenschaftsmanagement zu arbeiten. "Es ist absurd, alle fünf Jahre mit Milliardenbeträgen neue Forschungsstrukturen aus dem Boden zu stampfen und Wissenschaftler einzustellen, um sie danach wieder auf die Straße zu setzen. Qualitativ hochwertige Forschung und Lehre setzen im Gegenteil nachhaltige Strukturen und stabile Beschäftigung voraus", mahnte Keller.
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