Frankenberg beim Zukunftsforum in Heidenheim

"Aufgrund ihrer technologischen Innovationskraft in Unternehmen und Bildungseinrichtungen, etwa der Hochschule Aalen und der Berufsakademie Heidenheim, kann die Region Ostwürttemberg als eine Vorzeigeregion auch über die Landesgrenzen hinaus gelten."

15.11.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Dies erklärte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am 15. November in Heidenheim aus Anlass des Zukunftsforums "Technologie und Innovation". Die hier angesprochene Thematik stehe auch auf der Agenda der Landesregierung ganz oben. "Wir brauchen Innovationen auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen. Innovationen können aber nur dort erfolgreich sein, wo Menschen die Initiative ergreifen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Deshalb bin ich der Einladung zu dem hochkarätig besetzten Forum im Rahmen der ´Zukunftsinitiative Ostwürttemberg 2015´ sehr gerne gefolgt", so der Minister.

Die Region Ostwürttemberg besitzt nach den Worten des Ministers eine "vielschichtige und zukunftsträchtige Wirtschaftsstruktur": Optik, Papier und Textil, dazu junge Unternehmen im High-Tech-Bereich. Frankenberg: "Allen voran ist die Firma Voith mit ihren 30.000 Mitarbeitern zu nennen - eines der großen Familienunternehmen Europas. Jedes dritte Blatt Papier auf der Welt wird auf einer Voith-Papiermaschine gefertigt." Ähnliche Spitzenstellungen habe Voith im Energiesektor vorzuweisen bei der Produktion von Turbinen und Generatoren.

Mit mehr als 340 Patenten je 100.000 Beschäftigten werden in Ostwürttemberg mehr als doppelt so viel Patente angemeldet wie im Bundesdurchschnitt - "das ist Spitze in Deutschland", so Frankenberg. Produktivität und Know-how der Fachkräfte in Ostwürttemberg seien so hoch, dass der Batteriehersteller Varta AG sogar eine Standort-Rückverlagerung von Singapur nach Ellwangen vorgenommen habe.

Entscheidend für Innovationen und Zukunftsfähigkeit einer Region seien Forschungskompetenzen auf höchstem Niveau. "Nur so kann ständig neues Wissen generiert werden, um marktfähige, neue Produkte und Verfahren zu entwickeln." Mit seinen Forschungs- und Entwicklungsausgaben in einer Rekordhöhe von 3,9 % des Bruttoinlandsprodukts liege Baden-Württemberg weit über den Durchschnitt der Bundesländer von 2,5 % und denen der OECD-Länder von 2,3 %. Dabei stammen über drei Viertel der FuE-Ausgaben aus der Wirtschaft. Frankenberg: "Bildung und Forschung haben bei den Ausgaben des Landes eindeutig Priorität. Sie sind eine Investition in die Zukunft - mit der höchsten Rendite."

Zur Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft verwies der Minister neben der Förderung von Existenzgründungen vor allem auf die Verbundforschung als "leistungsfähiges Förderinstrument für den Technologietransfer". Seit 2001 wurden vom Land rund 20 Mio. € investiert, um die Zusammenarbeit zwischen Forschungsinstituten und kleineren/mittleren Unternehmen zu stärken in innovativen Bereichen wie der Produktionstechnik, Neue Materialien, der Optik, Unternehmenssoftware und der Biotechnologie. "Die Verbundforschung wird mit insgesamt 18 Mio. € aus der von der Landesregierung beschlossenen Zukunftsoffensive IV ´Innovation und Exzellenz´ fortgesetzt", teilte der Minister mit. Außerdem wurden zur Kompetenzstärkung und Profilbildung der Fachhochschulen Zentren für angewandte Forschung auf den Gebieten Mikrosystemtechnik, Biotechnologie und nachhaltige Energietechnik eingerichtet. Mittel aus der Zukunftsoffensive IV für weitere Zentren für angewandte Forschung in Höhe von 12 Mio. € ständen zur Verfügung. Eine Ausschreibung werde derzeit vorbereitet.

Frankenberg: "Die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Aalen zählt zu unseren besten Fachhochschulen und ist mit Abstand die Fachhochschule mit dem größten Wachstum im Lande. Sie hat in den letzten sieben Jahren die Zahl ihrer Studierenden nahezu verdoppelt. Sie ist nach Drittmitteln seit Jahren die forschungsstärkste Fachhochschule". Vor diesem Hintergrund habe die Hochschule in den letzten Jahren auch weit überproportional an den Zusatzmitteln des Landes für den Ausbau ihrer Schwerpunkte partizipiert.

Auch beim Bau entwickle sich die Hochschule Aalen wie kaum eine andere. Im letzten Jahr konnte der Spatenstich gleich für drei Gebäude gefeiert werden: für den Neubau für die Studiengänge "Optoelektronik" und "Mikro- und Feinwerktechnik/ Mechatronik", den Neubau für die "Informatik", die Bibliothek und das "Zentrum für Asphärische Optik". Auch das neue Studentenwohnheim stehe bereits.

Dabei gelte es sich vor Augen zu halten, dass die Hochschule Aalen aus dem Staatshaushaltsplan einen regulären Zuschuss von jährlich rund 14 Mio. € erhält. Frankenberg: "Von diesem Landeszuschuss bleiben rund 1,4 Mio. € jährlich für Investitionen. Die Summe aller zusätzlichen Mittel aus den zusätzlichen Programmen ergibt noch einmal mehr als 3 Mio. €." Neben dem finanziellen Beitrag des Landes sei aber ebenso zu betonen, dass "die regionale Wirtschaft ihren großen Anteil zur Weiterentwicklung der Hochschule Aalen beiträgt. Allein sieben Stiftungsprofessuren zeugen von einem großen Engagement, ohne das der Erfolg dieser Hochschule nicht möglich gewesen wäre."


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